Werbung mit Preisvergleichen 26.08.2015, 10:40 Uhr

So vermeiden Online-Händler Abmahnungen

Preisvergleiche stellen eine beliebte Verkaufsförderungsmaßnahme dar. Dabei gibt es aber auch ein großes Irreführungspotenzial. Die fünf größten Stolpersteine bei der Werbung mit Preisvergleichen.
(Quelle: Fotolia.com/VRD)
Bei Preisvergleichen wird das eigene Angebot als besonders günstig dargestellt, wodurch der Verbraucher zum Kauf angeregt werden soll. Allerdings besteht hier auch ein erhebliches Irreführungspotentzal und bei Verstößen gegen das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) drohen Abmahnungen.
Madeleine Pilous, Legal Consultant bei Trusted Shops, erläutert die fünf größten Stolpersteine bei der Werbung mit Preisvergleichen.

1. Werbung mit "Statt"-Preisen

Viele Online-Händler heben preisliche Vorteile hervor, indem Sie ihrem günstigen Preis einen anderen, höheren Preis gegenüberstellen ("70 Euro statt 100 Euro"). Dies kann auch geschehen, indem der höhere Preis neben dem niedrigen durchgestrichen wird, um so den gewährten Preisnachlass zu verdeutlichen (Streichpreise).
Solche Preisgegenüberstellungen sind grundsätzlich zulässig, solange sie nicht irreführen.
Der BGH hat hierzu entschieden (Urteil v. 17.03.2011, I ZR 81/09 - Original Kanchipur), dass der durchgestrichene Preis dem Verbraucher zu erklären ist, da dieser sonst nicht wisse, worauf sich der dieser höhere Preis beziehe.
Im Falle der Werbung mit einem Einführungspreis kämen sonst neben dem Preis nach Beendigung der Verkaufsaktion auch der Preis des Produktes auf anderen Märkten oder der Preis für Ware vergleichbarer Qualität in Betracht. Das bedeutet: Bei Preisvergleichen darf der Vergleichsmaßstab also nicht unklar bleiben. In der Praxis wird es sich bei Streichpreisen häufig um den zuvor vom Händler geforderten Preis oder die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) handeln.

2. Zuvor geforderter Preis

Wird bei dem Preisvergleich auf die eigenen, zuvor geforderten Preise Bezug genommen, ist dies in der Werbung zu verdeutlichen. Hierfür genügt im Allgemeinen ein Begriff wie "früher". Teilweise wird in Literatur und Rechtsprechung vertreten, dass die Verwendung eines gegenübergestellten "Statt"-Preises genüge, um klarzustellen, dass auf einen früheren Preis des Werbenden Bezug genommen wird (so OLG Düsseldorf zu "Statt 49,95 Euro <durchgestrichen> Nur 19,95 Euro"). Wer allerdings auf der sicheren Seite sein will, sollte durch einen entsprechenden Zusatz jede Irreführungsgefahr ausräumen.

3. Keine Mondpreise verwenden

Nach § 5 Abs. 4 UWG wird vermutet, dass es irreführend ist, mit der Herabsetzung eines Preises zu werben, sofern der Preis nur für eine unangemessen kurze Zeit gefordert worden ist. Ist streitig, ob und in welchem Zeitraum der Preis gefordert worden ist, so trifft die Beweislast denjenigen, der mit der Preisherabsetzung geworben hat. Die Frage, wie kurz eine "unangemessen kurze Zeit" ist, kann nicht pauschal beantwortet werden und ist etwa von der Warenart und der Marktsituation abhängig.
Bei dem Verkauf von Markenspirituosen im Einzelhandel seien zum Beispiel zwei Monate aber ausreichend. Ein Preis sollte also nicht nur deshalb erhöht werden, um im direkten Anschluss mit höheren Rabatten werben zu können.



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