Recap MultichannelDay 2019 27.09.2019, 13:00 Uhr

Marktplatz-Verfolger: "Gebt uns mehr Zeit"

Rund 200 Händler und Hersteller trafen gestern gestern im Kölner RheinEnergieStadion beim 1. MultichannelDay auf Vertreter von eBay, Otto, Real, Rakuten und Check24. Diese baten die Konferenz-Teilnehmer vor allem um eines: um Geduld.
(Quelle: shutterstock.com/William Potter)
"Wir arbeiten daran." Dieser Satz zog sich in verschiedensten Varianten wie ein roter Faden durch das Programm des 1. MultichannelDay, der gestern im RheinEnergieStadion in Köln stattfand. Er war vom Otto-Vertreter TIm Buchholz zu hören, als dieser in seinem Vortrag zwar leidenschaftlich für den Otto-Marktplatz warb, auf Nachfragen nach dem Zeitplan für das Onboarding der aktuell auf der Warteliste stehenden Händler aber nur vage antworten konnte. "Der Umbau eines Handelsunternehmens in dieser Größenordnung dauert seine Zeit", erklärte Buchholz. 
Ähnlich äußerte sich auch Stefan Winter, Director Sales bei Rakuten Deutschland. Auf die Frage, warum es Rakuten nach über zehn Jahren im deutschen Markt immer noch nicht gelungen ist, zu höherer Relevanz beim Kunden zu kommen, verwies er auf mehrere strategische Umorientierungen und auf das lange Zeit in der japanischen Zentrale fehlende Verständnis für den deutschen Markt. Über Sportsponsoring und andere Maßnahmen arbeite man aber jetzt verstärkt am Bekanntheitsgrad der Plattform. Vor allem das Prämienprogramm Super Points wolle man dem deutschen Kunden besser erklären. "Dafür werden wir aber noch etwas Zeit brauchen", so Winter.
Ähnliche Versprechen, verbunden mit der Bitte um Geduld, hörten die rund 200 Hersteller und Händler, die an der Konferenz teilnahmen, auch von dem Marktplatz Check24 Shopping (der schon seit 2012 existiert, in der Kommunikation des Preisvergleichers aber kaum vorkommt) und dem französischen Nischenmarktplatz ManoMano, der seit rund einem Jahr versucht in Deutschland Fuß zu fassen.
Und auch im Bühneninterview mit eBays CCO Oliver Klinck war gleich mehrfach ein mehr oder minder konkretes "Wir arbeiten daran" zu hören. 

Das Motto: Alternativen zu Amazon

Dass die deutschen Händler und Hersteller zunehmend ungeduldiger auf eine ernst zu nehmende Amazon-Alternative hoffen, war den detaillierten und engagierten Nachfragen der Teilnehmer zu entnehmen. Das war auch die Motivation hinter dem Programm der Veranstaltung, wie Michael Atug, Online-Händler und Gründer der Händlergruppe Multichannel Rockstars, und gemeinsam mit INTERNET WORLD BUSINESS Co-Organisator der Veranstaltung, bei der Eröffnung erklärte: "In der Branche wird aktuell zuviel über die Übermacht von Amazon geredet und es wird zu wenig getan", so der meinungsstarke Händler. "Wir glauben, dass man sich als Kaufmann der Abhängigkeit von Amazon entziehen kann, in dem man sich breit aufstellt und viele verschiedene Kanäle für sein Handelsgeschäft nutzt. Und einige der spannendsten Alternativen zum Handel auf Amazon wollen wir Euch heute vorstellen."
Neben den verschiedenen Marktplätzen zeigten deshalb auch Vorträge zu den Themen Social Media-Marketing, Automatisierung, Controlling, Webshop und Offline-Retail Möglichkeiten auf, wie Händler und Hersteller ihr Geschäft auch in einer amazonisierten Welt voranbringen können.



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