Warenhauskonzerne 23.08.2018, 14:23 Uhr

Fusion von Karstadt mit Kaufhof kurz vor Abschluss

Die Fusion von Karstadt mit Kaufhof steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Bereits im September sollen die Verträge zwischen dem kanadischen Kaufhof-Mutterkonzern Hudsons's Bay Company (HBC) und der Signa-Gruppe von Karstadt-Eigentümer René Benko unterzeichnet werden.
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Die Verhandlungen über eine Fusion der Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof nähern sich der Zielgeraden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten die Verträge zwischen dem kanadischen Kaufhof-Mutterkonzern Hudsons's Bay Company (HBC) und der Signa-Gruppe von Karstadt-Eigentümer René Benko bereits im September unterzeichnet werden. Signa soll demnach 50,1 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens und damit auch die Führung des neuen Warenhausriesen übernehmen. Zuvor hatte das "Manager Magazin" darüber berichtet.
In das neue Gemeinschaftsunternehmen sollen nicht nur Anteile an Kaufhof, sondern auch die von HBC in den Niederlanden gegründete neue Warenhauskette Hudson's Bay und der europäische Ableger der Outlet-Kette Saks Off 5th einfließen. Beide gelten als wenig erfolgreich.
Außerdem soll Signa dem "Manager Magazin" zufolge bei dem Megadeal 50 Prozent der bei einer HBC-Tochter liegenden 41 Kaufhof-Immobilien erhalten. Zuvor müsse HBC aber erst seine US-amerikanischen Mitinvestoren auszahlen, die bislang noch 39 Prozent an der Immobiliengesellschaft hielten.

Gefahr durch Wettbewerber aus dem Online-Handel

Beide Warenhausketten leiden seit Jahren unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Verschärft wurde die Situation durch Managementfehler.
Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Der Kölner Handelsriese kämpft seit der Übernahme durch die Kanadier Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Kaufhof-Chef Roland Neuwald verhandelt deshalb zurzeit mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag, der die Kosten des Unternehmens um einen Millionenbetrag senken soll.
Doch auch Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. Im vergangenen Geschäftsjahr wies der Konzern bei weiterhin leicht rückläufigen Umsätzen erstmals seit zwölf Jahren unter dem Strich wieder einen bescheidenen Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro aus.



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