Preisvergleichs-Portale 17.09.2014, 16:01 Uhr

Check24.de wächst mit Reise

Mit dem Vergleichsthema Reise eröffnen sich für Check24.de neue Wachstumschancen und erste Möglichkeiten zur Internationalisierung. Nächste Themen für Vergleiche werden Elektrogeräte und Shopping.
(Quelle: Quelle: Shutterstock/Sdecoret )
"Finde deine beste Reise“ heißt der Werbeslogan, mit dem Check24.de sich zurzeit als Vergleichsportal für Reisepreise etablieren will. Vier Jahre können Nutzer bereits die Kosten und Konditionen für Mietwagen, Flügen, Hotel und Pauschalreisen bei Check24.de suchen. Aber erst jetzt sind wirklich alle Services und Filterfunktionen in der Vergleichsplattform integriert und konkurrenzfähig.
"Das Ziel ist, bis spätestens 2016 unter die Top Drei der Vergleichsportale für Reise zu kommen“, gibt Check24-Chef Henrich Blase die Richtung vor. "Wir wollen zum umfassendsten Preisvergleichsportal in Deutschland werden.“ Bis dahin soll der Reisebereich, der jetzt noch rote Zahlen schreibt, zwischen 50 und 100 Millionen Euro zum Umsatz beitragen.

 
Fürchteten die Vergleichsportale Anfang des Jahres noch die Konkurrenz von Google, so haben sich diese Ängste bisher nicht bestätigt. "Google wird mit Vergleichen auftauchen“, ist sich Blase sicher. "Aber zurzeit hat Google das Thema angeblich gestoppt, obwohl der Konzern in Deutschland seine Entwicklerkapazitäten verdoppelt haben soll.“

Gewinn mit Provisionen

Mit dem Vergleich von Mietwagenverträgen startete Check24 2010 in den neuen Bereich Reise. Zuvor hatte sich das Portal, das 1999 in München gegründet wurde, mit Versicherungen, Mobilfunk- und Internettarifen, Bankenkonditionen sowie Energiekosten beschäftigt. Inzwischen können Nutzer neben Mietwagen auch die Preise von Pauschalreisen, Flügen und Hotels checken. Check24.de selbst profitiert dabei von Provisionen, die beim Abschluss von Verträgen und Käufen fällig werden. Die liegen für die Reiseprodukte unterschiedlich hoch: Während Veranstalter für ihre Reisepakete bis zu zwölf Prozent, Mietwagenanbieter und Hoteliers bis zu 15 Prozent  gewähren, geben Fluggesellschaften nichts: "Der Kunde will den Flugvergleich, wir müssen Flüge anbieten, um Reichweite zu generieren“, erklärt Blase die Strategie, "aber wir verzichten bei der Vermittlung auf versteckte Servicekosten.“
Während Konkurrenten bei der Vermittlung von Flügen Gebühren für die gängigen Zahlarten oder andere Funktionalitäten erheben, will Check24.de, so verspricht Blase, lediglich mitverdienen, wenn zum Flug auch noch eine Reise- oder Rücktrittversicherung abgeschlossen wird. "Ich habe nichts dagegen, bei einer Reiseversicherung mitzuverdienen“, so Blase, "aber Servicegebühren für Selbstverständlichkeiten zu erheben, das können wir nicht mit unserem Image vereinbaren.“

Werbung mit Google und im Fernsehen

Um den Reisebereich im Gedächtnis von Verbrauchern zu verankern, setzt Check24 auf Fernsehwerbung und Suchmaschinen. "Sie können keine Fernsehwerbung machen, ohne gleichzeitig nicht auch auf Google zu werben", sagt Blase. In den nächsten Monaten will der Vergleichsspezialist sein Marketingbudget erhöhen, um die Verbraucher zu erreichen, die jetzt Winterferien und ab Januar auch schon wieder die Sommerferien vorbereiten. Mit mehr Inhalten und Suchfiltern wollen Blase und sein Team sich unter die führenden Portale des Reisemarktes, unter anderen HolidayCheck, Tripadvisor, Expedia, Billiger-Mietwagen.de oder Opodo, bringen.
 
"Das Reisethema ist das erste Vergleichsthema von uns, das sich für eine Internationalisierung anbietet“, meint Blase. "Inzwischen bauen wir Preisvergleiche auch im Bereich Shopping und Elektronikgeräte auch, auch diese geben Chancen zur Internationalisierung.“ Noch bemüht sich das Portal nicht aktiv um Nutzer aus anderen Ländern. Check24 vermittelte 2013 Waren und Kundenverträge im Wert von rund sechs Milliarden Euro, dabei blieben Einnahmen in Höhe von 207 Euro im Münchner Unternehmen hängen. Check24 beschäftigt heute 700 Mitarbeiter, davon 350 in der Kundenberatung, und will den Personalstamm bis Ende nächsten Jahres auf 1000 ausweiten. Dafür sucht das Unternehmen, das inzwischen in München und Leipzig agiert, weitere Standorte, denn, so Blase: "München ist, was Programmierer und IT-Mitarbeiter betrifft, ein schwer umkämpfter Standort."



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