Erfolgsregeln für den Multi-Channel-Commerce 15.06.2011, 13:33 Uhr

Produktinformationen gekonnt verwalten

Multi-Channel-Commerce liegt im Trend. Stationäre Händler steigen in den Onlinehandel ein, E-Commerce-Unternehmen entdecken Offlinekanäle für sich. Als kritisch für den Erfolg haben sich die dahinter liegenden Prozesse erwiesen. Wie Produkt-Informationsmanagement den heutigen Anforderungen gerecht wird, erklären Horst Christian Blume, Cyrus Hemmasi und Martin Simon Weisath von der Unternehmensberatung Putz & Partner.
Regel 1: Kanalübergreifende Prozesse gestalten
Wenn ein Produkt-Informationsmanagement den heutigen Multikanalanforderungen genügen soll, gestalten Sie alle relevanten Prozesse kanalunabhängig, medienneutral und länderübergreifend. Berücksichtigen Sie hierbei die Anforderungen aller Vertriebskanäle an die Produktinformationen und verknüpfen Sie diese miteinander.
Regel 2: Ganzheitlichen Ansatz wählen
Optimieren Sie den Gesamtprozess von der Anforderungsdefinition über die Planung/Konzeption bis zur Produktion und der Bereitstellung der Artikeldaten ganzheitlich und entkoppeln Sie diesen von den Einkaufs- und Vertriebskanälen. So sollten Sie zum Beispiel festlegen, ob bestimmte Produktinformationen, die heute in der E-Commerce-Abteilung gepflegt werden, besser im Einkauf oder einer zentralen Stelle für Artikeldaten bearbeitet werden. Unterziehen Sie diesen Gesamtprozess einer übergreifenden Qualitätssicherung. Auch sollten Sie End-to-End-Verantwortlichkeiten für die einzelnen Prozesse eindeutig definieren. Richten Sie die organisatorischen Strukturen entsprechend daran aus.
Regel 3: Make-or-Buy-Entscheidung treffen
Fällen Sie eine grundlegende Entscheidung, welche Daten Sie selbst produzieren und welche sie von Dienstleistern beziehen. Als Datenlieferanten können dabei sowohl die Hersteller als auch hoch spezialisierte Informationslieferanten genutzt werden, die den Content (Artikel-, Attribut- und Bilddaten) bündeln und zur Verfügung stellen. Entscheidend für die Auswahl dieser Informationslieferanten sind Fragen des Contentumfangs, Sortimentsabdeckung, Datenqualität, die effiziente Datenbereitstellung und natürlich die Kosten. Sollen SEO-optimierte Texte bereitgestellt werden, so ist die Einzigarbtigkeit eines Textes von zentraler Bedeutung.
Regel 4: Verfügbarkeit und Vollständigkeit der Produktinformationen sicherstellen
Wesentliche Faktoren für die Qualität der Informationen und die Multikanalfähigkeit sind die Zuverlässigkeit, schnelle Verfügbarkeit und Vollständigkeit von Produktinformationen. Stellen Sie sicher, dass die dargestellten Produktinformationen den Informationsanforderungen der Kunden gerecht werden und einen Mehrwert bieten. Im Onlinebereich heißt das etwa, dass Sie Produktinformationen in angemessener Tiefe und Breite bereit stellen sollten. Dies umfasst zum Beispiel auch den Aftersales-Bereich. In Form von herunterladbaren Anleitungen oder durch die Möglichkeit von Ersatzteilbeschaffungen, können sie einen signifikanten Zusatznutzen sowie eine Differenzierungsmöglichkeit im Wettbewerb schaffen.
Regel 5: Kanalindividuelle Texte gestalten
Geht es um Produktbeschreibungen, so sollten Sie bei aller kanalübergreifenden Ausrichtung der Prozesse dennoch kanalindividuelle Texte verfassen. Denn Online- und Katalogtexte unterliegen völlig unterschiedlichen Anforderungen. Am besten formulieren Sie beschreibende Produkttexte für den Onlineshop so, dass die Produkte von Suchmaschinen online besonders prominent gelistet werden. Hierbei legen Sie bitte auf einzigartigen Inhalt Wert, also anbieterindividuelle textliche Produktbeschreibungen, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.
Regel 6: Strategische Potenziale heben
Aus Unternehmenssicht ist nicht zu vergessen, dass ein optimiertes Product Information Management auch dazu beitragen kann, weiter reichende strategische Potenziale zu heben. Nutzen Sie die Anpassung der Prozesse als Treiber, um auch diejenigen Strukturen und Abläufe ihres Unternehmens anzupassen, die nur indirekt vom Produkt-Informationsmanagement betroffen sind. Somit können Sie Prozesskosten des Gesamtunternehmens senken, Effizienzpotenziale heben und Ihre Wettbewerbsposition stärken.


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