Studie zur Zukunft des Modehandels 02.05.2013, 14:01 Uhr

Lounge statt Laden

Klassische Modegeschäfte, die vor allem Ware verkaufen, werden im Premium-Segment bald der Vergangenheit angehören, wenn es nach der Studie "Future Store 3.0" geht. Stattdessen entwickelt sich das Modegeschäft zu einem loungeartigen Showroom, in dem sich die Kunden vor allem wohl fühlen sollen.
Im Premium-Segment gehören klassische Fashion Stores, bei denen es vor allem um den Abverkauf von Ware geht, künftig der Vergangenheit an. Die Entwicklung des Modegeschäfts hin zum reinen Showroom, der weniger Ware exklusiver präsentiert, sehen 56 Prozent der im Rahmen der Studie "Future Store 3.0" befragten Experten als sehr hoch bzw. 34 Prozent als hoch an. Der Store von morgen überzeugt durch Atmosphäre und Charme und dient dabei nicht mehr ausschließlich der Ausstellung von Kleidungsstücken. Ein loungeartiger Charakter lädt den Kunden zum Wohlfühlen und Verweilen ein. Auch das Mittelfeld bewegt sich zunehmend weg vom reinen Abverkauf der Ware hin zu mehr Exklusivität. Diese Entwicklung sehen 58 Prozent (hoch bis sehr hoch) der Experten. Anders im Discount-Bereich. Hier steht auch zukünftig der reine Abverkauf und weniger die Inszenierung im Vordergrund. Die Zukunft des Mode-Discounts als Showroom wird von 62 Prozent als gering bis sehr gering bewertet. Jeder fünfte Experte schätzt sogar, dass dieser Trend nie realisiert wird. 
Der Einsatz multimedialer Elemente und die Verknüpfung neuer Technologien nimmt im Fashion Store 3.0 zu. Das Produkt wird zukünftig nicht mehr für sich alleine stehen. Mithilfe von RFID-Chips, die sich an Kleidungsstücken befinden, werden Zusatzinformationen passend zum ausgewählten Produkt automatisch auf Displays bereitgestellt. Wählt der Kunde beispielsweise eine Jeans aus, wird auf dem nahegelegenen Display die dazugehörige Werbekampagne abgespielt. Während im Discountbereich diese Umsetzung, aufgrund des Aufwands und der Schnelllebigkeit der Waren, als sehr unterschiedlich bewertet wird, sehen knapp drei Viertel (72 Prozent hoch bis sehr hoch) der Experten diese Entwicklung.
Die digitalen Entwicklungen im Modehandel machen auch vor der Umkleidekabine nicht halt. Die Anprobe wird in Zukunft durch virtuelle Elemente ergänzt.


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