Landgericht Magdeburg 18.01.2019, 13:26 Uhr

Urteil: Apotheker darf Amazon für Verkauf nutzen

Das Landgericht Magdeburg hat entschieden, dass ein Apotheker aus dem Harz weiter über Amazon.de rezeptfreie, apothekenpflichtige Medikamente verkaufen darf. Auch Kundenbewertungen stellen aus Sicht der Handelskammer keinen Gesetzesverstoß dar.
(Quelle: shutterstock.com/jordache)
Eine Apotheke aus dem Harz darf weiter über die Handelsplattform Amazon.de rezeptfreie, apothekenpflichtige Medikamente vertreiben. Das Landgericht Magdeburg entschied am Freitag, dass dies nicht gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte (Az.: 36 O 48/18 vom 18.1.2019).
Ein Apotheker aus München als Mitbewerber habe geklagt und sei nun unterlegen. Der in der Stadt Oberharz am Brocken ansässige, beklagte Apotheker tritt den Angaben zufolge auf Amazon mit dem Namen seiner Apotheke auf, die auch Verkauf und Versand der Medikamente übernimmt.

Kundenbewertungen

Aus Sicht der zuständigen Handelskammer des Landgerichts spricht nichts gegen diesen Handelsweg. Sie bezog sich dem Sprecher zufolge auf eine Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2012, wonach der Internetversandhandel mit rezeptfreien Medikamenten erlaubt ist. Der Beklagte betreibe eine Apotheke und besitze die behördliche Erlaubnis zum Versand von Medikamenten.
Auch Kundenbewertungen stellen aus Sicht der Handelskammer keinen Gesetzesverstoß dar. Jeder Nutzer der Seite könne sofort erkennen, dass es sich nicht um Werbung oder Bewertungen der Apotheke selbst handelt, sondern um Meinungen der Verbraucher. Gegen Vorschriften der Medikamentenwerbung werde somit auch nicht verstoßen.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger kann Berufung beim Oberlandesgericht Naumburg einlegen.



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