Corona-Krise 23.03.2020, 20:55 Uhr

"Händler helfen Händlern" unterstützen Online-Plattform

Mitglieder der Pro-Bono-Initiative "Händler helfen Händlern" arbeiten zusammen mit ihren Partnern mit Hochdruck an einer Sofortlösung für die von der Corona-Pandemie stark betroffenen Einzelhändlern. Schon Ende dieser Woche soll eine technische Plattform bereitstehen.
Marcus Diekmann initiierte mit "Händler helfen Händlern" eine Pro-Bono-Initiative für den stationären Handel
(Quelle: Rose Bikes)
Ohne Ladengeschäfte wissen viele stationäre Händler nicht, wie sie ihre Ware verkaufen sollen. Daher arbeiten Mitglieder der Pro-Bono-Initiative "Händler helfen Händlern" an einem IT-Netzwerk, über das stationäre Händler ihre Filialbestände hochladen können. Ausgeliefert werden sollen sie durch Taxen, Lieferdienste, Getränkelieferanten und regionale Logistikdienstleister.

Das Konzept entstand am Wochenende in Zusammenarbeit der beiden Händler Rose Bikes und Visunext Group sowie dem Shopsoftware-Hersteller Shopware. Eine erste Maßnahme dafür ist die Erstellung einer B2B-Sofortlösung unter der Federführung von Shopware in Kooperation mit Netresearch und IT-Systems. Das Modell ist ein Hilfsangebot an den Handel ohne eigene wirtschaftliche Interessen der Partner.
Mit der Lösung können Händler innerhalb von 14 Tagen eine Verkaufsplattform aufbauen und einen zusätzlichen Verkaufskanal schaffen, um Umsatzausfälle zu kompensieren. "In eine ähnliche Richtung geht die Marktplatz-Lösung für Städte und Gemeinden", erklärt Stefan Hamann, CEO von Shopware und Partner der Initiative "Händler helfen Händlern". Lokale Einzelhandelsgeschäfte können sich dort zusammenschließen, Synergien eingehen und ihre Angebote schnell online verfügbar machen.

Hilferuf an die Shopware-Community - und Lieferdienste

Zur Entwicklung der Plattformen werden in dieser Woche die Shopware-Entwickler im Rahmen eines mehrtägigen Hackathons verschiedene Ansätze entwickeln. Zur Teilnahme am Hackathon eingeladen ist überdies die gesamte Shopware-Community. Die Anknüpfung der Plattform an Lieferdienste und Taxizentralen ist noch in der Konzeptionsphase. "Ob uns das kurzfristig gelingt, wissen wir nicht, aber wir setzen alles dran", so Marcus Diekmann. "Wir sind dankbar für jeden Kontakt und jede Lösung, die uns dabei helfen können, eine solche Infrastruktur aufzubauen. Alle sind aufgefordert, Ressourcen abzustellen, insbesondere Unternehmen, die noch nicht so stark von der Krise betroffen sind. Die Kontaktaufnahme kann gerne über die LinkedIn-Gruppe 'Händler helfen Händlern' erfolgen."

Die Initiative "Händler helfen Händlern" startete am 19. März 2020, als aufgrund der Corona-Pandemie deutschlandweit nicht systemrelevante stationäre Geschäfte ihr Ladentüren schließen mussten. Dazu haben führende mittelständische Handelsunternehmen eine Gruppe auf der Karriereplattform LinkedIn ins Leben gerufen, die betroffene Unternehmer und Unternehmerinnen informiert und untereinander vernetzt. Die Gruppe zählt nach nur vier Tagen 800 Mitglieder, darunter Händler, Handels- und Wirtschaftsverbände, Journalisten und Handelsexperten.



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