Online-Handel 30.08.2019, 08:02 Uhr

Der Kampf gegen den Betrug mit Bots

Der betrügerische Einsatz von Bots wird im Online-Handel immer mehr zum Problem. Martin Schreiber, Mitgründer des Frankfurter Skate-Shops "Bonkers" hat die automatisierten Programme allerdings mit einer simplen Idee ausgetrickst.
(Quelle: shutterstock.com/Mopic )
Bots sind ein wachsendes Problem im Online-Handel. Doch Martin Schreiber, Mitgründer des Frankfurter Skate-Shops "Bonkers", hat die automatisierten Programme mit einer simplen Idee ausgetrickst. Was war passiert? Wenn Schreiber limitierte Schuhe über den Online Shop verkaufen wollte, gab es regelmäßig einen enormen Ansturm. Teils wurden Hunderttausende Aufrufe pro Minute auf der Website verzeichnet. Darunter waren auch Reseller, die eine hohe Stückzahl bestellen, um aus dem Weiterverkauf der exklusiven Sneaker Kapital zu schlagen.
"Die Leute haben automatisierte Bots angesetzt", erklärt der 27-Jährige. Dadurch werden die Seiten immer wieder aktualisiert, bis sich eine Lücke auftut und auf das Produkt zugegriffen werden kann. Doch solche Bots hätten die Server regelmäßig lahmgelegt. "Unsere Seite war manchmal mehrere Tage down". Und das ging auch zu Lasten der normalen Sammler, die nicht mehr an die gefragten Schuhe kamen.

Ein Zeichen gegen die Bot-Industrie

Um ein Zeichen gegen die Bot-Industrie zu setzen, arbeiteten die Betreiber des "Bonkers" mit einem recht einfachen Trick: "Wir haben auf unserer Seite digitale Bilder von Turnschuhen angeboten, das Paket zu 70 Euro", sagt Mitgründer Schreiber. "Wir haben auch ganz klar gekennzeichnet, dass es sich um Fotos handelt", sagt er. Damit seien sie auch rechtlich auf der sicheren Seite gewesen. Bei den programmierten Bots rutschte der Hinweis, dass es sich lediglich um ein Foto handelt, regelmäßig durch - und die Bildpakete wurden automatisch geordert.

"Bots sind im Online-Handel nichts Neues", sagt Martin Groß-Albenhausen vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel in Berlin. Sie gab es auch schon vor mehr als 15 Jahren. Damals wurden sie bei Auktionen im Internet eingesetzt und waren darauf programmiert, in Sekundenbruchteilen vor dem Auktionsende das höchste Gebot zu setzen. Doch das Problem im Online-Handel habe sich verlagert und sei größer geworden.



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