E-Commerce-Offensive 15.12.2014, 14:21 Uhr

Emmas Enkel - mit Metro auch in die Provinz

Die Metro übt sich in Sachen E-Commerce-Innovationsfreude und hat sich mit 15 Prozent an dem Multichannel-Supermarkt Emmas Enkel beteiligt. Der hat unter anderem kleine Gemeinden im Visier.
Die Emmas-Enkel-Gründer Sebastian Diehl und Benjamin Brüser
(Quelle: Emmas Enkel )
Der Einstieg des Handelsriesen Metro bei Emmas Enkel hat eine der größten Herausforderungen im Business-Plan des Multichannel-Supermarktes gelöst: "Wir verzeichnen eine nationale Nachfrage, doch unsere Supply-Chain war zunächst lokal ausgelegt. Mit der Metro haben wir einen nationalen Skalierpartner gefunden, mit dem wir die nächsten Schritte gehen können", erklärt Emmas-Enkel-Mitgründer Sebastian Diehl.
Gemeinsam wollen die beiden Partner neue Standorte erschließen. Dabei fühlt sich Diehl nicht nur von Metropolen, sondern auch von kleinen Gemeinden stark angezogen. "Das Thema Nahversorgung ist zum Politikum geworden. Es gibt inzwischen schon beeindruckende Offensiven der ländlichen Regionen selbst", erzählt Diehl. "Teilweise melden sich Orte bei uns mit fast fertigen Business-Plänen. Da liegen beispielsweise Crowdfunding-Projekte auf der Hand, bei denen ganze Ortschaften eine Filiale finanzieren, auch wenn wir den Eigentümern das Prinzip Crowdfunding vermutlich erst noch erklären müssen", so der Emmas-Enkel-Mitgründer. Auch für Franchise-Konzepte ist er offen. Metro als Geldgeber kehrt mit Emmas Enkel also von den großen Einkaufsparks am Stadtrand zurück in die Tausend-Seelen-Gemeinden.
Dass man abseits der Discount-Kunden genügend Menschen findet, die bei Emmas Enkel einkaufen, daran hat Diehl keinen Zweifel. Man sei bei den Preisen zumindest im Hinblick auf die klassischen Lebensmittelketten konkurrenzfähig und die Tatsache, dass das Sortiment künftig von Real geliefert würde, sorge für zusätzliche Luft im Pricing. Darüber hinaus biete auch das Multichannel-Konzept Emmas Enkel Preisvorteile: Die IT sei von Anfang an Multichannel-fähig gewesen, die Läden sind multichannel ausgebaut und die Lagerflächen in den Läden könnten optimal ausgenutzt werden. Große Hoffnungen setzt Diehl vor allem in die ältere Kundschaft. "Entweder, sie lernt dazu und surft selbst im Netz oder sie nutzt die Hotline", sagt er.
Bislang ist Emmas Enkel mit zwei eigenen Läden und einem Franchisenehmer in Düsseldorf, Berlin und Essen präsent. Die Umsätze des 2011 gelaunchten Unternehmens steigen jährlich im dreistelligen Prozentbereich, in Düsseldorf werden 70 Prozent der Umsätze online generiert. "Düsseldorf läuft gut, der braucht operativ keine Zuschüsse mehr", sagt Diehl. Jetzt bestehe die Herausforderung darin, das Wachstum zu handeln. Bei der Logistik setzt Emmas Enkel bislang auf Click & Collect oder die Auslieferung durch eine eigene Flotte. "Wenn ich einen Lieferwagen voll auslaste, ist so ein Fahrzeug eine tolle Werbefläche, die durch die Stadt fährt", sagt Diehl. "Warum sollte ich auf diese Werbemöglichkeit verzichten."



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