E-Commerce-Urteil 30.07.2014, 11:06 Uhr

Keine Provision von Amazon für Schulvereine

Amazon darf Schulfördervereinen künftig keine Provision mehr für den Verkauf preisgebundener Schulbücher zahlen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Berlin hervor.
(Quelle: Fotolia.de/contrastwerkstatt )
Das Landgericht Berlin hat Amazon untersagt, Schulfördervereinen beim Verkauf preisgebundener Bücher künftig Provisionen im Rahmen des so genannten Affiliate-Programms zu zahlen. Damit gab das Gericht einer Klage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels statt.
Der Hintergrund: Amazon hatte unter anderem dem Schulförderverein eines Berliner Gymnasiums Vergütungen dafür gezahlt, dass Eltern ihre Schulbücher über einen entsprechenden Link auf der Website des Vereins bei dem Online-Händler kauften. Solche Kooperationen würden dem Urteil nach gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb sowie die gegen die in Deutschland geltende Buchpreisbindung (BuchPrG) verstoßen.
Außerdem übe das Amazon-Modell unzulässigen sozialen Druck auf Schüler und Eltern aus, so das Landgericht Berlin weiter. Denn damit würden diese unter Druck gesetzt, ihre Schulbücher über den Förderverein bei Amazon kaufen zu müssen, um den Eindruck mangelnder Solidarität mit der Schulgemeinschaft zu vermeiden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Der Börsenverein begrüßt erwartungsgemäß das Urteil. "Nicht zum ersten Mal macht der weltgrößte Online-Händler durch rechtswidriges Handeln von sich reden. Dieses Modell ist ein weiterer Mosaikstein im rücksichtslosen Geschäftsgebaren von Amazon. Es ist unlauter, sich über sozialen Druck im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen", betont Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. "Die unmissverständliche Entscheidung des Landgerichts Berlin macht deutlich, dass solche Praktiken im Geschäft mit preisgebundenen Büchern nichts zu suchen haben."

Als Online-Versandhändler ist Amazon weltbekannt. Doch das Unternehmen ist noch auf viel mehr Geschäftsfeldern aktiv. INTERNET WORLD Business stellt die wichtigsten Aktivitäten vor.

Ein Blick auf die aktuellen Quartalszahlen von Amazon zeigt: Das Wachstum hat seinen Preis - und der ist hoch: Trotz Umsatzsteigerung hat der Händler im vergangenen Quartal ein Minus von 126 Millionen US-Dollar verbucht.



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