Die Dienstleister-Szene rund um den Amazon Marketplace

Dienstleister profitieren vom hohen Wachstum

Berührungspunkte zwischen dem "Kosmos Amazon" und der Google-SEO-Szene sieht auch Franz Jordan, Geschäftsführer von Marketplace Analytics - neben Amalyze und Amalytix eines der weitverbreitetsten Amazon-Analyse-Tools. "Anfangs haben sich einige Google-SEOs nebenbei mit dem Thema Amazon beschäftigt. Doch mit der Verschiebung der Suchströme von Google zu Amazon wurde klar, dass es nötig ist, sich gezielt auf Amazon zu konzentrieren, schon weil Amazon so speziell ist."
Als Jordan 2013 begann, sich für das Thema zu interessieren, sei zwar schon klar gewesen, dass die Positionierung im Amazon-Ranking extrem wichtig sei, doch habe man noch nicht ­gewusst, wie sich die eingesetzten Algorithmen beeinflussen lassen. Über Experimente habe man gelernt, die hier wirksamen Mechanismen immer besser zu verstehen, sodass sich Jordan seit 2014 in Vollzeit dem von ihm gegründeten Unternehmen widmet. "Anfangs haben mich noch viele gefragt, warum ich mich nur auf Amazon konzentriere und nicht auch auf eBay. Doch inzwischen höre ich diese Frage nicht mehr."
Die anhaltend hohen Umsatzsteigerungen bei Amazon hätten sich als effektiver Hebel erwiesen, um die Notwendigkeit einer eigenen Dienstleister-Szene offensichtlich zu machen. Zu den Kunden von Marketplace Analytics zählen heute somit viele auf Amazon spezialisierte Agenturen. Daneben reicht das Kundenspektrum von großen Markenherstellern bis zu kleinen Händlern, die das Tool in Eigenregie einsetzen, um ihre Amazon-Aktivitäten zu tracken.

Das Leistungssprektrum von Amazon

Zum Leistungsspektrum rund um Amazon gehören inzwischen auch Marketingdienstleister. Vom Duopol aus Google und Facebook (2016 lagen deren weltweite Werbeeinnahmen bei 62,6 beziehungsweise 26,9 Milliarden US-Dollar) ist Amazon mit ­gerade einmal 1,4 Milliarden US-Dollar noch weit entfernt. Doch mit prognostizierten jährlichen Wachstumsraten von rund 30 Prozent hat der E-Commerce-Riese gute Chancen, in den nächsten Jahren die Position der drittgrößten Advertising-Plattform einzunehmen. Jens Jokschat, der mit seinem Unternehmen Primeup Händler und Hersteller zur erfolgreichen Aussteuerung von Pay-per-Click-Kampagnen auf Amazon berät, sieht bei den Kunden noch große Wissenslücken hinsichtlich der Werbemöglichkeiten auf der E-Commerce-Plattform: "Händler setzen sich mit Pay-per-Click-Werbung auf Amazon häufig aktiver auseinander, sie haben klarere Vorstellungen. Bei großen Markenherstellern ist das oft ein längerer Prozess."
Problematisch sei, dass Amazon aktuell nur rudimentäre Steuerungsmöglichkeiten für das Werbeformat Sponsored Products sowie die Amazon Marketing Services biete. Prime­up habe deshalb eine Software für das Bid-Management auf Amazon entwickelt. ­Einen Vorteil sieht Jokschat darin, dass die Cost-per-Click-Preise bei Amazon im ­Regelfall noch deutlich niedriger seien als bei Google und viele Keywords nicht voll belegt seien.



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