Verbraucherzentrale NRW warnt 02.01.2018, 10:19 Uhr

Amazons Alexa hört mehr als sie soll

Amazons Sprachassistentin Alexa reagiert nicht nur auf ihr Signalwort. Auch wenn ein ähnliches Wort ausgesprochen wird, startet die Aufzeichnung. Dabei besteht die Gefahr, dass ungewollt private Gespräche übermittelt werden, warnt die Verbraucherzentrale NRW.
(Quelle: George W. Bailey / shutterstock.com )
Die "Marktwächter" der Verbraucherzentrale NRW haben herausgefunden, dass Amazons smarte Sprachassistentin deutlich mehr hört, als sie eigentlich soll. So aktiviert sich Alexa etwa auch dann, wenn ein dem festgelegten Signalwort ähnlicher Begriff ausgesprochen wird.
Leuchtet der Mikrofon-Button rot, ist die Aufzeichnung komplett deaktiviert. Diese wird dann auch nicht per Signalwort gestartet.
(Quelle: Verbraucherzentrale.de<br />)
Bei der Installation der Assistentin hat der Nutzer die Wahl zwischen den vier Signalwörtern "Alexa", "Amazon", "Echo" und "Computer". Wird eines dieser Worte nun ausgesprochen, startet die Sprachassistentin die Aufzeichnung. Die Verarbeitung des Sprachbefehls findet allerdings nicht direkt auf dem Gerät statt, sondern in den Rechenzentren von Amazon.
Wird Alexa bewusst mit dem richtigen Signalwort aktiviert, ist dieses Vorgehen durchaus legitim. Allerdings startet die Sprachassistentin auch dann die Aufzeichnung, wenn nur ein dem Signalwort ähnlicher Begriff ausgesprochen wird.
Im Test reagierte die Assistentin nicht nur auf "Alexa", sondern nahm auch den Dienst auf, wenn in ihrer Umgebung zum Beispiel der Vorname "Alexander" fiel. In einem ähnlichen Beispiel wurde das Signalwort "Amazon" festgelegt. Als der Satz "Ich möchte unbedingt Urlaub am Amazonas machen" ausgesprochen wurde, verstand die Assistentin dies als Aktivierungssignal und begann mit der Aufzeichnung. In Einzelfällen, so die Verbraucherschützer, habe Alexa auch auf starke Abwandlungen wie "kommt Peter" statt "Computer" reagiert.

Nutzer haben mehrere Möglichkeiten, sich zu schützen

Um sich vor derartigen ungewollten Lauschattacken zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Die vermutlich einfachste ist die Aktivierung eines Signaltons, sobald die Aufzeichnung gestartet wird. Diese Einstellung kann der Nutzer über die Alexa-App vornehmen. Wer möchte, kann hier auch einen Ton setzten, der das Ende der Aufzeichnung signalisiert.
Will der Nutzer hingegen sicherstellen, dass sich Alexa unter keinen Umständen selbst aktiviert, kann auch das Mikrofon (vorübergehend) komplett deaktivieren. Dazu muss nur die entsprechende Taste auf dem Gerät gedrückt werden. Leuchtet dieses durchgehend rot, ist das Mikrofon aus.
Grundsätzlich sollte jedoch ein Signalwort gewählt werden, das nicht versehentlich ausgesprochen wird. Befindet sich als etwa eine Person mit ähnlichem Vornahmen in der Familie beziehungsweise Freundeskreis, sollte nicht unbedingt "Alexa" zum Aktivieren der Sprachassistentin gewählt werden.
Trotzdem ist es ratsam, hin und wieder zu überprüfen, was Alexa so alles aufgezeichnet hat. Dies geschieht ebenfalls über die Alexa-App. Nach Wunsch lassen sich dort auch ungewollte Aufnahmen löschen.



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