Gegen Fake-Bewertungen 27.09.2016, 10:15 Uhr

Amazon: Neue Richtlinien für Rezensionen

Kampf gegen Fake-Rezensionen: Amazon hat Änderungen in seinen Richtlinien für Produktbewertungen vorgenommen. Ab sofort dürfen nur noch Accounts, über die Waren für mindestens 50 US-Dollar eingekauft wurden, Bewertungen abgeben.
(Quelle: Shutterstock.com/Bacho)
Amazon ist derzeit dabei seine Richtlinien für Produktbewertungen in den USA anzupassen, berichtet marketplace-analytics.de. Diesmal sind aber vor allem die Rezensenten von den neuen Regelungen betroffen - und nicht die Verkäufer. Ab sofort dürfen nur noch User, die Einkäufe im Warenwert von mindestens 50 US-Dollar getätigt haben, eine Rezension abgeben. Mit der neuen Regelung will Amazon sogenannte Fake-Bewertungen eindämmen. Das Problem: Gefälligkeitsbewertungen werden damit nicht verhindert.

Was bringt die Neuregelung?

Da sich die Einschränkung der 50 US-Dollar nicht auf einen einzelnen Einkauf, sondern auf getätigte Einkäufe des gesamten Accounts bezieht, ist der Effekt fraglich. Einen solchen Warenwert zu erreichen, stellt in der Regel kein so großes Hindernis dar. Besonders für die Personen nicht, die es darauf anlegen, Fake-Bewertungen auf Amazon zu verbreiten. Zudem führt die Regelung dazu, dass Amazon-Neukunden, die den Warenwert noch nicht erreicht haben, keine Möglichkeit haben, ehrliche Rezensionen abzugeben.
Laut marketplace-analytics hat Amazon bereits im Juni dieses Jahres eine Grenze für Rezensionen eingeführt. Damals musste ein Nutzer Einkäufe in Höhe von mindestens 5 US-Dollar über seinen Account getätigt haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach war die 5-US-Dollar-Grenze nicht wirklich effektiv, sodass Amazon diese nun auf 50 US-Dollar angehoben hat.

Gefälligkeitsbewertungen weiterhin erlaubt

Die neue Regelung betrifft allerdings nicht das Verfassen von Gefälligkeitsbewertungen. Die Art von Bewertungen wird von Usern zu Produkten abgegeben, die sie im Vorfeld  kostenlos oder rabattiert zur Verfügung gestellt bekommen haben. Im Gegenzug sollen sie dann zu den Artikeln eine "ehrliche" Bewertung abgeben - die erwartungsgemäß in den seltensten Fällen negativ ausfällt.
Ob die Höhe nun tatsächlich ausreichend ist, um die Verbreitung von Fake-Bewertungen einzudämmen, bleibt abzuwarten. In Deutschland gibt es bisher keine Änderungen dieser Art. Wenn sich das Konzept in den USA allerdings bewährt, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis auch hierzulande ein Mindestbetrag eingeführt wird, um eine Produktbewertung abgeben zu können.



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