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Für Lieferungen unter 25 Euro H&M führt Liefergebühren für Shopping-Club-Mitglieder ein

shutterstock.com/Electric Egg
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H&M teilt seine Shopping-Club-Mitglieder künftig in zwei Klassen ein. Wer zur "Basis-Stufe" zählt, kauft für weniger als 25 Euro pro Bestellung ein und muss für diese künftig wieder Liefergebühren zahlen.

Der schwedische Fashion-Händler H&M begrenzt die kostenlose Lieferung für Mitglieder seines Shopping-Clubs. Ab sofort werden nur noch Zustellungen mit einem Warenkorb über 25 Euro gratis sein, berichtet Reuters. Durch die Einführung der Liefergebühren bei kleinen Bestellungen will H&M die Logistikkosten senken und die Rentabilität wiederherstellen.

Konkret teilt H&M seine Kunden in zwei Klassen ein: in die "Basis-Stufe" und in die "Plus-Stufe". Zu welcher Stufe ein Kunde gezählt wird, ergibt sich aus den Punkten, die er durch den Einkauf beim Modehändler sammelt. Für jeden gezahlten Euro verbucht H&M einen Punkt auf das Konto des Shopping-Club-Mitgliedes. Damit die Zustellung kostenlos wird, muss der Kunde mindestens für 25 Punkte - also 25 Euro - einkaufen.

"Für die Plus-Stufe bleiben die Lieferungen für alle Einkäufe kostenlos, aber für die Basis-Stufe wird es eine Obergrenze geben", so Samuel Holst, Leiter des Kundenbindungsprogramms von H&M. "Man muss für einen bestimmten Betrag einkaufen, um eine kostenlose Lieferung zu erhalten. Die Rückgabe bleibt für alle frei."

Preissensible Zielgruppe

Die Zahl der Mitglieder des Shopping Clubs hat sich 2018 auf 30 Millionen verdoppelt, unterstützt durch die Einführung von kostenlosen Lieferungen und Retouren für alle Mitglieder. Weitere fünf Millionen kamen im ersten Quartal 2019 hinzu.

Ob die Maßnahme nun die gewünschte Kostenersparnis bringt, ist fraglich. Denn deutsche Kunden sind dafür bekannt, äußerst zögerlich mit Bestellungen zu sein, wenn sie für diese Liefergebühren berappen müssen.

Insbesondere die Zielgruppe des schwedischen Modehändlers ist durchaus preissensibel und könnte wenig Verständnis für diese Maßnahme haben. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass der Anreiz ein Mitglied des Shopping-Clubs zu werden so abnimmt.

Druck von allen Seiten

Der Textilhändler steht zunehmend unter Druck: Online-Händler wie Zalando oder Asos ziehen Kundenschaft ab. Auch beim Preis ist H&M nicht mehr das Maß aller Dinge, Ketten wie Primark sind noch günstiger. Zudem hat H&M gegen den großen Rivalen aus Spanien, Inditex, das Nachsehen. Die Zara-Mutter ist wesentlich schneller, wenn es darum geht, die neuesten Trends in die Läden zu kriegen.

Der H&M-Konzern, zu dem auch Marken wie Cos, Weekday oder Cheap Monday gehören, will daher online aufrüsten. Mehr als die Hälfte des Investitionsbudgets soll allein in diesem Jahr in den Ausbau des Online-Handels fließen. Doch diese Umstellung kostet viel Geld und das muss an anderer Stelle wieder eingenommen werden.

Mehr zum Thema Logistik gibt es am 16. und 17. Juli in München auf der eLogistics World Conference .

Ebner Media Group

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