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Quartalszahlen H&M: Anleger glauben an Wende

shutterstock.com/ThamKC
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H&M scheint wieder auf Kurs zu sein: Nach der Vorlage der Quartalszahlen stieg der Aktienkurs des Fashion-Händlers zeitweise um elf Prozent. H&M war in eine tiefe Krise gestürzt, weil unter anderem relativ spät auf die Konkurrenz von Online-Händlern reagiert wurde.

Die Anleger trauen dem schwedischen Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) wieder mehr zu und glauben an eine Wende. Der Aktienkurs reagierte am Donnerstagmorgen nach Vorlage der Quartalszahlen entsprechend und machte zeitweise einen Sprung um über elf Prozent.

Das schlimmste scheint für die Schweden überstanden zu sein. Nach den Gewinneinbrüchen der letzten drei Jahre und einem Kursverlust um mehr als zwei Drittel bis zu einem Rekordtief im März vergangenen Jahres, machen die Quartalzahlen den Anlegern wieder Hoffnungen. Der Gewinnrückgang minimiert sich, die digitale Neuausrichtung des Konzerns zeigt erste Auswirkungen. Der Modehändler war in den letzten drei Jahren in eine tiefe Krise gestürzt, weil er relativ spät auf die Konkurrenz von Online-Händlern oder billigeren Anbietern wie Primark reagiert hatte.

Mehr Investitionen in Online

Jetzt blickt das Management wieder optimistisch in die Zukunft. Es werde mehr Kleidung zum regulären Preis verkauft, Rabattaktionen würden weniger, erklärte H&M-Chef Karl-Johann Persson am Donnerstag in Stockholm bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal an. Er will künftig mehr in Online investieren und kündigte an, weniger stationäre Geschäfte im laufenden Jahr zu eröffnen als geplant. Der Erlös stieg im zweiten Geschäftsquartal um elf Prozent auf rund 57,5 Milliarden schwedische Kronen (5,5 Milliarden Euro).

Außerdem sei die Sommerkollektion "sehr gut" gestartet. Die Schweden schätzen, dass der Umsatz im Juni währungsbereinigt um zwölf Prozent über dem Vorjahreswert liegen wird. Persson spricht dazu von wachsenden Marktanteilen in mehreren Ländern trotz großer Herausforderungen in der Branche.

Noch bremst die Neuausrichtung des Modehändlers allerdings das Ergebnis etwas aus. Auch im zweiten Geschäftsquartal hat H&M weniger verdient als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern sank von rund sechs Milliarden auf 5,9 Milliarden schwedische Kronen (rund 563 Millionen Euro). Der Gewinn nach Steuern war ebenfalls geringer und lag bei 4,57 Milliarden schwedische Kronen nach 4,64 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten hatten etwas mehr erwartet.

Leichte Einbußen erwartet

Auch für das dritte Geschäftsquartal rechnen die Schweden zunächst wieder mit leichten Einbußen. Das erste Halbjahr insgesamt spiegelt die Entwicklung der ersten beiden Quartale wieder: Der Umsatz stieg, während die Gewinne sanken. Wobei das Unternehmen im vergangenen Jahr von der US-Steuerreform profitiert hatte, heißt es.

Noch hätten die neue Online-Plattform und das neue Logistiksystem nicht ihre volle Effizienz entfaltet, so Persson, doch die Kunden profitierten bereits von schnelleren und flexibleren Lieferungen. H&M hatte im vergangenen Jahr mit besonders hohen Lagerbeständen zu kämpfen.

Die Aktie gab dem ganzen Einzelhandelssektor europaweit kräftig Auftrieb, gegen Mittag verbuchte sie noch ein Plus von 9,2 Prozent auf 158,48 schwedische Kronen. Analyst Richard Chamberlain von der kanadischen Investmentbank RBC lobte vor allem den starken Start ins dritte Geschäftsquartal.

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