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Mode-Hersteller

Hugo Boss digitalisiert Kollektionsentwicklung und Vertrieb

shutterstock.com/Red Confidential
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Hugo Boss geht mit einer komplett digital entwickelten Kollektion in die Frühlingssaison. Durch das digitale Konzept will die Premiummarke nicht nur Arbeitsprozesse intern erleichtern, sondern auch auf die Bedürfnisse der Handelspartner eingehen.

Hugo Boss bringt seine erste rein digital entwickelte Kollektion auf den Markt. Bereits seit 14. Oktober können Handelspartner die Kollektion der Pre-Fall 21 Saison ordern. Auf die Verkaufsfläche kommt sie dann im April. Die Kollektion besteht aus 105 Teilen und umfasst alle Produktgruppen. Also finden sich darin sowohl Bekleidung, als auch Schuhe und Accessoires. Die ersten Skizzen, das Auswählen der Materialien und Farben sowie das Prototyping - das alles fand in digitalen Räumen statt.

Der strenge Weg Richtung Digitalisierung hat nicht nur etwas mit Corona zu tun. Bereits 2017 hat das Hugo-Boss-Team angekündigt, ein Projekt unter dem Namen "Mission 3D" zu starten. Auch mit dem im Juni 2020 neu angetretenen Vorstandsvorsitzenden Daniel Grieder will der MDax-Konzern die Digitalisierungsstrategie weiter fortsetzen. Die sogenannte "Pre-Fall 21 BOSS Men’s Casualwear"-Kollektion wurde vollständig digital entwickelt und stellt laut Hugo Boss den ersten wichtigen Schritt dar auf dem Weg zur umfassenden Digitalisierung im Bereich Produktentwicklung. Bis 2022 will das Unternehmen rund 80 Prozent seiner Kollektionen vollständig digital entwickeln.

Nachhaltigere Zusammenarbeit mit Händlern der Marke

Die inhouse entwickelten, digitalen Arbeitsabläufe würden dem Herrenausstatter laut eigenen Aussagen die Möglichkeit geben, in der gesamten Wertschöpfungskette flexibler zu agieren. Auch die Go-to-Market-Zeit könne dadurch verkürzt werden, was dem Modelabel auch das schnellere Eingehen auf Verbrauchertrends erleichtern soll. Auch Handelspartner der Marke sollen von der neuen Arbeitsweise profitieren. Durch die Neuausrichtung schaffe es Hugo Boss, kostengünstiger und flexibler mit den Händlern zu kooperieren, unter anderem auch wegen der geringeren Sample-Kosten und durch eine größere Kombinationsmöglichkeit bei Schnitten und Stoffen. So mache diese Neuausrichtung innerhalb der Arbeitsprozesse auch in Sachen Nachhaltigkeit mehr Sinn.

"Die fortschreitenden Entwicklungen in diesem Bereich werden zu immer nachhaltigeren Kreationsprozessen führen. Unsere Design-Teams können durch die digitalisierten Workflows eine Vielzahl an Ideen und Designs mit einem einfachen Klick visualisieren", sagt Ingo Wilts, Chief Brand Officer der Hugo Boss AG. "Diese Arbeitsweise schafft unendlich viele Möglichkeiten, kreative Konzepte umzusetzen, was letztlich den Erfolg der Kollektionen weiter stärkt und die Kundenbedürfnisse stärker in den Mittelpunkt stellt."

Auch Vertrieb findet digital statt

Aber auch im Bereich Vertrieb will der Konzern sich digitaler aufstellen. Dafür hat er einen digitalen Showroom und ein digitales Lookbook eingerichtet, um auch den Verkauf ins digitale Zeitalter zu führen. Mithilfe von Avataren anstelle von Models und dem virtuellen Set will Hugo Boss erreichen, dass Marken- und Kollektionsaussage virtuell zum Kunden gelangen.

Deshalb arbeitet das Unternehmen auch mit hochauflösenden Renderings, die den Faltenwurf und die Struktur des Stoffes genauestens zeigen und visualisieren können.

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