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Shopwings gestartet

Rocket Internet liefert aus dem Supermarkt

Shopwings.de
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Mit dem neuen Lebensmittel-Lieferservice Shopwings eifert Rocket Internet dem US-Vorbild Instacart nach. Doch noch hapert es an Unterstützung durch die Supermärkte vor Ort.

Oliver Samwer will nicht nur spielen: "Wir glauben ganz fest an Supermärkte, wir glauben ganz fest an Lebensmittel, vor allem in Bereichen, die der E-Commerce bislang noch nicht erschlossen hat", untermauerte der Rocket-Internet-Gründer jüngst im Rahmen einer Rede an der WHU.

Derartige Bereiche spürt die Start-up-Schmiede gezielt auf. Seit Dezember 2011 experimentiert das Unternehmen mit dem Koch-Abo-Lieferservice Hellofresh, der eigenen Angaben zufolge bereits 81.000 Abonnenten regelmäßig Kochrezepte samt Zutaten frei Haus liefert und einen Börsengang in Australien plant. Im September ging in Berlin mit "EatFirst" ein Lieferdienst für gesunde Mittagsgerichte an den Start. Jüngstes Baby im Beteiligungsportfolio ist nun Shopwings, der heute offiziell in München an den Start geht.

Shopwings ist, wie man es aus dem Samwer-Reich kennt, ein Klon des US-Vorbilds Instacart, das im Juni 2014 erst mit Andreessen Horowitz eine Finanzierungsrunde über 44 Millionen US-Dollar abschloss. Das Unternehmen will Kunden Lebensmittel aus ihren benachbarten Supermärkten zwischen 9.00 und 21.00 Uhr innerhalb von zwei Stunden durch Profieinkäufer nach Hause bringen lassen. Im Münchner Testraum finden sich mit Edeka, V-Markt und Lidl drei Supermärkte im Online-Sortiment des Start-ups.

Allerdings: Kooperationen mit diesen Supermärkten gibt es nicht. "Derzeit existieren noch keine offiziellen Partnerschaften, aus diesem Grund mussten wir die Produkte aus den Supermärkten einzeln kaufen, abfotografieren und auf unserer Seite anbieten", erklärt eine Rocket-Sprecherin auf Anfrage von INTERNET WORLD Business. Dauerhaft kann das natürlich keine Lösung sein. "Wir wollen ganz klar Partner des Einzelhandels sein, keine Konkurrenz. Es laufen derzeit Verhandlungen mit dem Ziel, offizielle Partnerschaften herzustellen", heißt es von Seiten des Unternehmens.

Um den persönlichen Shopper zu refinanzieren, setzt Shopwings auf eine Mischkalkulation aus Liefergebühr (4,90 Euro) sowie Aufschläge auf die Produktpreise. Man sei sich bewusst, dass die Kunden in Deutschland bei Preisen für Lebensmittel sensibel seien. Daher versuche man natürlich, sie so nah an den Supermarktpreisen zu belassen, wie möglich, so die Sprecherin.

Wie Shopwings funktioniert

Die Einkäufer rekrutiert Shopwings auf Freiberuflerbasis. Sie geben vorab ihre verfügbare Zeit und das verfügbare Postleitzahlengebiet an und erhalten ihre Aufträge denn per App vermittelt. Die Bezahlung richtet sich nach der Größe des Einkaufskorbes. Bis zu 20 Euro pro Stunde sind möglich. Finden die Einkäufer ein Produkt auf dem Einkaufszettel ihrer Auftraggeber nicht, rufen sie diesen an, um sich auf einen Ersatz zu einigen.

In naher Zukunft will Shopwings in andere Großstädte im In- und Ausland expandieren. Dabei dient das Abfragefeld der Postleitzahlen als Indikator dafür, in welchen Regionen für einen solchen Service das größte Interesse besteht. Kunden sollen in der Anfangszeit vor allem über PR-Maßnahmen und Online-Kampagnen, unter anderem in Facebook, generiert werden.

Laut "Consumer Barometer" von IFH Köln und KMPG liebäugeln drei von vier Konsumenten inzwischen mit dem Online-Lebensmittelkauf. Vorbild Instacart ist inzwischen in zehn US-Städten präsent und will bis Ende des Jahres in 17 Städten aktiv sein. Von Anfang Oktober 2013 bis zur Finanzierungsrunde im Juni hat sich der Umsatz fast verfünfzehnfacht. Laut Mitgründer und CEO Apoorva Mehta war das Wachstum in jeder neu erschlossenen Stadt noch schneller als in der Stadt davor.

Bei Rocket Internet tut sich auch jenseits des Börsengangs viel: Das Vermittlungsportal für Putzkräfte Helpling hat heute seine Expansion nach Brasilien, Italien und Spanien bekannt gegeben. Und Westwing startet diese Tage seine neue TV-Kampagne in Deutschland zum Thema "Inspiration".

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