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Tabletten und Medizin

Zweites Quartal Shop Apotheke schreibt operativen Verlust

Shutterstock/Elena_Dig
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Höhere Kosten für Werbung und Personal haben für einen operativen Verlust des Online-Arzneimittelhändlers Shop Apotheke in Q2 gesorgt. Zudem steckt das Unternehmen viel Geld in den Ausbau des Liefernetzes und bereitet sich auf die Einführung des E-Rezeptes vor.

Der operativen Verlust des Online-Arzneimittelhändlers Shop Apotheke ist durch höhere Kosten für Werbung und Personal im zweiten Quartal gestiegen. Zudem steckt das Unternehmen viel Geld in den Ausbau des Liefernetzes und bereitet sich auf die Einführung des elektronischen Rezeptes in Deutschland vor. Während der bereits bekannte Umsatz die Erwartungen erfüllt habe, sei der operative Verlust höher gewesen als gedacht, erklärte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank. Die Aktien gerieten unter Druck.

Zeitweise Logistikprobleme

Die Papiere fielen am Vormittag als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax in der Spitze um bis zu 7,44 Prozent auf 91,50 Euro. Zuletzt konnte sich die Aktie wieder etwas erholen, lag aber immer noch fünf Prozent im Minus. Sie schwanken schon eine Weile zwischen 90 und 100 Euro. Ende November hatten sie noch bei knapp 166 Euro ein Zwischenhoch erreicht, hatten dann aber im März und April an der Marke von 65 Euro gekratzt. So fielen die Papiere in dieser Schwächephase der Entzauberung einstiger Corona-Profiteure zum Opfer. Bei der Shop Apotheke kamen zeitweise Logistikprobleme erschwerend hinzu und die Tatsache, dass sich mit dem elektronischen Rezept die Einführung eines Hoffnungsträgers immer wieder verzögerte.

Zuletzt gab es hier aber deutliche Fortschritte. An diesem Mittwoch nun teilte die Gematik, "die Testphase des E-Rezepts wird erfolgreich zum 31. August 2022 abgeschlossen (...) und der stufenweise deutschlandweite Rollout beginnt ab 1. September." Apotheken werden demnach ab 1. September 2022 flächendeckend in Deutschland elektronische Rezepte annehmen.

Elektronischen Rezept

Vom Erfolg des elektronischen Rezepts hängt für die Shop Apotheke einiges ab. Bislang müssen Kunden Rezepte per Post nachreichen, was viele davon abhält, solche Medikamente online zu kaufen. Das entfällt mit dem E-Rezept. Zudem dürften die Gewinnmargen im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Mitteln höher sein als bei frei verkäuflichen Präparaten. Bei letzteren herrscht wegen des großen Wettbewerbs starker Preisdruck.

Im zweiten Quartal führten die höheren Kosten und die Investitionen des Unternehmens in künftiges Wachstum zunächst aber zu einem höheren operativen Verlust. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie um Sondereffekte bereinigt fiel ein Minus von 6,15 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Mittwoch in Sevenum mitteilte. Im ersten Quartal war es ein Minus von fast 4,3 Millionen Euro gewesen und vor einem Jahr hatte noch ein Gewinn von 1,2 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

Mit Blick auf das den Anteilseignern zurechenbare Ergebnis ergibt sich damit für das erste Halbjahr ein Nettoverlust von 47,8 Millionen Euro, nach minus 17 Millionen vor einem Jahr. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal dank einer starken Nachfrage nach verschreibungsfreien Medikamenten - wie bereits seit Anfang Juli bekannt - um knapp 15 Prozent auf 287 Millionen. Das Unternehmen bestätigte zudem die Prognose für das laufende Jahr. Beim Umsatzwachstum profitierte das Unternehmen auch vom Anstieg der Zahl aktiver Kunden. Zum Ende des ersten Halbjahres waren 8,6 Millionen, was 1,5 Millionen mehr sind als vor einem Jahr.

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