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Shopping der Zukunft

Future of Commerce

Die Zukunft des Shoppings: 4 Trends für 2021

shutterstock.com/Fit Ztudio
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Nachhaltig, unabhängig, lokal: Das sind einige der Prognosen, die Shopify für den Handel der Zukunft aufstellt. Und: Der Verhaltenswandel hin zum Online-Handel wird sich weiter beschleunigen.

Zum ersten Mal veröffentlicht Shopify in diesem Jahr seinen "Future of Commerce Report", der die Zukunft des Einkaufens aufzeigen soll. Er fußt auf Daten und Erkenntnissen von über einer Million Händlern und Käufern aus elf Märkten.

Trend 1: E-Commerce-Wachstum geht weiter

Wenig verwunderlich: Der Trend in Richtung E-Commerce und Omnichannel gewinnt auch im neuen Jahr weiter an Fahrt. So gaben 87 Prozent der deutschen Verbraucher an, seitdem Covid-19 zur Pandemie erklärt wurde, online eingekauft zu haben. Auch die Höhe der Ausgaben steigt: 36 Prozent der Befragten erklärten, mehr für Online Shopping auszugeben als zu Beginn des Jahres. 

Die jungen Verbraucher sind dabei die treibende Kraft des E-Commerce-Wachstums. 57 Prozent der 18- bis 34-Jährigen gaben an, mehr online auszugeben. Bei den Verbrauchern mittleren Alters (35 bis 54 Jahre) sind es 39 Prozent. Nur 22 Prozent der über 55-Jährigen gaben an, seit Beginn der Pandemie mehr auszugeben.

Elementar für ein erfolgreiches Online-Erlebnis: Versand und Verfügbarkeit. So können Unternehmen besonders bei Kunden punkten, indem sie eine schnelle Lieferung (48 Prozent), kostenlosen Versand / lokale Lieferung (40 Prozent) und Sonderpreise / Rabatte (30 Prozent) anbieten.

Negativ bewerten die Befragten im Online Shopping zu lange Lieferzeiten (30 Prozent), Zuzahlung für den Versand (22 Prozent) und Artikel, die nicht auf Lager sind (20 Prozent).

Auch die Nachfrage nach Click & Collect wird anhalten. Sie ist besonders für jüngere Verbraucher attraktiv. In puncto Kommunikation gibt es jedoch noch Verbesserungsbedarf. 34 Prozent der Befragten wünschen sich, eine SMS zu erhalten, wenn die Bestellung zur Abholung bereitsteht. 28 Prozent hätten gerne genauere Anweisungen zu dem Abholungsort ihrer Bestellung.

Trend 2: Direkte und lokale Verkäufe gewinnen an Bedeutung

Auch wenn die großen Online-Marktplätze weiter dominieren, kaufen deutsche Verbraucher zunehmend in unabhängigen Geschäften ein, um das Unternehmertum zu unterstützen. Eine Mehrheit findet sie durch Empfehlungen.

So haben 23 Prozent der deutschen Verbraucher in den sechs Monaten, seitdem Covid-19 zur Pandemie erklärt wurde, bei einem unabhängigen Unternehmen eingekauft. Die Gründe dafür sind die Unterstützung des Unternehmertums (47 Prozent), gute Kundenbetreuung (36 Prozent) und ein persönliches Einkaufserlebnis (36 Prozent).

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Verbraucher, die in einem unabhängigen Unternehmen einkauften, fanden sie durch Empfehlungen von Freunden und Familie, gefolgt von einem Spaziergang durch die Nachbarschaft (55 Prozent). Ältere (über 55 Jahre) Verbraucher finden unabhängige Unternehmen über Artikel und Zeitungen (47 Prozent). Die jüngeren Verbraucher werden eher über die Sozialen Medien auf unabhängige Händler aufmerksam (48 Prozent).

Trend 3: Alles wird anders im Einzelhandel

Der stationäre Handel war 2020 das große Sorgenkind. Dabei kauften - obwohl sie eher zur Risikogruppe gehören - 80 Prozent der älteren Menschen (55+) seit Beginn der Pandemie weiterhin im stationären Handel ein. Bei den Verbrauchern mittleren Alters waren es 71 Prozent und bei den jüngeren nur 53 Prozent. 

63 Prozent derer, die während Corona im Einzelhandel eingekauft haben, planen in den nächsten sechs Monaten weiterhin im Laden einzukaufen. Um diese Zielgruppe weiter zu erreichen, sind neue Konzepte, Ideen und Technologien vonnöten. Auch an den klassischen Einkaufszeiten muss möglicherweise geschraubt werden: Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gaben an, geschäftige Einkaufzeiten und Menschenmassen vermieden zu haben. 46 Prozent gehen davon aus, dies weiterhin zu tun.

Trend 4: Nachhaltigkeit und Gemeinwohl

Nachhaltige Produkte sind immer gefragter: Die Hälfte (47 Prozent) der deutschen Befragten bevorzugen den Einkauf nachhaltiger Produkte. Insbesondere bei der jüngeren Generation spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: 59 Prozent der 18- bis 34-Jährigen gaben an, vor allem auf nachhaltige Produkte zu setzen. Bei den Verbrauchern mittleren Alters sind es 46 Prozent und bei der Altersgruppe ab 55 Jahren sind es 40 Prozent.

23 Prozent der Verbraucher kauften, seitdem Covid-19 zur Pandemie erklärt wurde, bei unabhängigen Unternehmen ein. 30 Prozent davon gaben an, dies aus Umweltbewusstsein zu tun. 

Die Möglichkeit zu spenden spielt zudem eine wichtige Rolle für die deutschen Befragten: 38 Prozent der Verbraucher möchten bei jedem Kauf, egal ob online oder offline, die Möglichkeit haben, für einen bestimmten Zweck zu spenden. Gerade die jüngeren Verbraucher sind an Spenden interessiert. Mehr als die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen (57 Prozent) erklärten, bei jedem Einkauf die Möglichkeit haben zu wollen, zu spenden. Bei den Verbrauchern mittleren Alters (35 bis 54) waren es 39 Prozent und bei den älteren Befragten 26 Prozent.

Das Fazit der Studienautoren: "Für Marken und Händler bedeutet dies, dass sie ihre Omnichannel-Strategie und ihre Präsenz in den Sozialen Medien ausbauen müssen sowie Authentizität beweisen müssen. Kurzum: Sie brauchen einen langen Atem."

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