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Commerce Week Wie sieht die optimale Digitalisierungsstrategie für stationäre Händler aus?

Manfred Gößl im Gespräch mit Daniela Zimmer (re.) und Ingrid Lommer

Ebner Media Group

Manfred Gößl im Gespräch mit Daniela Zimmer (re.) und Ingrid Lommer

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Das Jahr 2020 war für den stationären und den Online-Handel gleichermaßen einschneidend. Doch wie geht es nun weiter? Im Rahmen der Commerce Week sprach Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, über Strategien und Perspektiven.

Von Alessa Kästner

Die Krise kam - und plötzlich ging alles ganz schnell: Händler reagierten auf den Lockdown zwar zügig mit unterschiedlichen Maßnahmen, oft fehlt jedoch immer noch die nötige Flexibilität und Kundenorientierung. Fakt ist: Generationsübergreifend ist der Online-Handel der große Gewinner. Doch auch die Kunden selbst haben sich verändert - online und offline. Inzwischen ist nicht nur jeder dritte Online-Käufer über 60 Jahre alt, auch die Themen "lokal kaufen" und "Solidarität" spielen eine große Rolle. "Dieser strukturelle Wandel wird bleiben" ist sich Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, sicher. Er sprach auf der Commerce Week über Strategien und Perspektiven für den Handel.

Kundenorientierung, Super-Service, Hochspezialisierung

Wie sollten sich Händler also jetzt positionieren? "Je mehr Standard, desto schlechter die Prognose. Weg vom großen Kaufhaus, Gewinner ist der Fachhandel. Jetzt erleben wir, dass sich jedoch auch die Ketten zurückziehen. Das bedeutet für den Einzelhändler, dass sich wieder reine stationäre Möglichkeit auftun. Jeder muss seinen USP finden und sich vom anonymen Online-Handel abheben. Dafür sind Kundenorientierung, ein Super-Service und die Hochspezialisierung in Verbindung mit Kompetenz essentiell wichtig", so Gößl im Gespräch mit den INTERNET WORLD-Redakteurinnen Daniela Zimmer und Ingrid Lommer.

Die Krise verändert auch die Innenstädte. Laut Gößl muss dort viel passieren, um Kunden wieder dorthin zu ziehen: "Wir müssen uns fragen, was vor den Schaufenstern stattfinden kann. Ich würde mir wünschen, dass wir ein bisschen 'südländischer' werden. Bunt, lebendig - in der Fußgängerzone brauchen wir Erlebnisse." Die Händler wünschen natürlich jetzt vor allem erstmal eine planbare Öffnungsperspektive. Stichwort Überbrückungshilfen: "Problem ist die Konzeption der Programme. Wir brauchen Pauschalprogramme, die schnell und unbürokratisch abzuwickeln sind. Schnelligkeit ist Trumpf. Berlin hat viel zu lange dafür gebraucht“, kritisiert Gößl.

"Hybride Modelle sind die Zukunft"

Und der Ausblick für 2021? Gößl: "Es ist das Jahr der Unplanbarkeit. Weil das so ist, sollte man momentan eher von dem schlechteren Fall ausgehen. So oder so müssen wir aber so rasch wie möglich auf Veränderungen reagieren."

Anpassungsfähigkeit und Taskforce-Denken seien dabei vor allem wichtig. Jeder müsse sich die Frage stellen: Wie kann ich schnell mit kleinerer Mannschaft öffnen? Bediene ich dann nur ein kleineres Segment? "Das Einzige was momentan funktioniert, ist der Online-Handel - denn der Gewinner der Krise müsse sich nicht auf die Öffnungsperspektive verlassen. Ich bin überzeugt, dass es zu einer Verschmelzung von online und offline kommen wird - hybride Modelle sind die Zukunft."
 
Vom 08. bis zum 12. März 2021 diskutieren auf der Commerce Week Handels-Experten, die (digitale) Kommunikationsbranche, Online-Service-Anbieter und Unternehmen Lösungen und Themen entlang der Wertschöpfungskette des Handels - von der IT-Infrastruktur über die Produktentwicklung, das Marketing und bis hin zu den Bereichen Transaktion und Distribution.

Noch schnell teilnehmen? Die Tickets sind kostenlos - hier geht es direkt zur Anmeldung.

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