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Oda-Lieferwagen

Online-Lebensmittelmarkt Norwegischer Online-Supermarkt Oda nimmt Deutschland ins Visier

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Norwegens führender Online-Supermarkt - Oda - hat in einer Finanzierungsrunde 145 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen 2023 in Deutschland starten. Das wird auch gebraucht, denn der deutsche Markt ist umkämpft.

In Norwegen ist Oda schon seit 2013 ein fester Begriff im Online-Lebensmittelhandel: Das Unternehmen betreibt den größten Online-Supermarkt des Landes und arbeitet dort seit 2021 profitabel, trotz Wachstumsraten von über 15 Prozent. 2022 wurde das Geschäft nach Finnland ausgeweitet - und 2023 soll nun Deutschland an der Reihe sein.

Die Expansion wurde bereits Mitte des Jahres angekündigt; jetzt hat Oda im Rahmen einer Finanzierungsrunde das nötige Kapital für die Internationalisierung eingesammelt. 145 Millionen Euro steckten neue und bestehende Investoren in das Unternehmen, das offenbar vor allem durch sein effizientes und nachhaltiges Logistiksystem überzeugt hat. Denn Oda will mit kurzen Lieferketten und optimierten Prozessen bis zu dreimal weniger Lebensmittelabfälle produzieren als stationäre Lebensmittelgeschäfte.

Damit will das Unternehmen auch in Deutschland punkten. "Unsere Vorgehensweise für die weitere internationale Expansion haben wir dem aktuellen Marktumfeld angepasst. Odas Fokus liegt auf profitablem Wachstum in Finnland und Deutschland, bevor wir weitere Märkte erschließen", erklärt Co-Gründer Karl Munthe-Kaas. "Mit dem neuen Kapital sind wir gut aufgestellt, um den Wandel in der Lebensmittelbranche weiter voranzutreiben und den Alltag unserer Kund:innen in Norwegen, Finnland und ab Januar auch in Deutschland einfacher und stressfreier zu gestalten."

Start in Berlin mit eigener Logistik gegen harte Konkurrenz

In Deutschland startet Oda zunächst in Berlin. Ein eigenes Logistikzentrum südlich der Stadt wurde dafür kürzlich fertiggestellt, die ersten Berliner können sich bereits als Testkunden für Lieferungen ab Januar anmelden. 9.000 Produkte stehen zum Start im deutschen Sortiment, ein Großteil davon stammt aus einer Kooperation mit der norddeutschen Supermarkt-Kette Bünting, die mit mytime.de ihren eigenen Online-Supermarkt betreibt, allerdings ohne eigene Lieferflotte. 

Rund 250 Millionen Euro Jahresumsatz peilt Oda in Deutschland an. Dafür muss sich der Neuling am Markt aber mit starker Konkurrenz an gleich mehreren Fronten auseinandersetzen. Auf der einen Seite stehen die etablierten Online-Supermärkte wie Bringmeister, Knuspr, Flaschenpost oder Picnic, die Lebensmittelbestellungen zu festen Lieferfenstern nach Hause liefern. Auf der anderen Seite drängen Fahrradkurier-Dienste wie Wolt, Flink, Getir und Gorillas, aber auch Lieferando zunehmend in den Markt für Lebensmittelbestellungen. 

Zudem ist da ist noch Aldi: Der Discounter-Riese experimentiert gerade im US-Markt mit der Lieferung von Lebensmittelbestellungen, ein Deutschland-Start des Angebots könnte noch im ersten Halbjahr 2023 erfolgen, schätzen Experten. Es bleibt spannend im Online-Lebensmittelhandel.

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