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Gerry Weber

Neue E-Commerce-Strategie Gerry Weber stellt sich im Online-Handel neu auf

Screenshot/Gerry Weber
Screenshot/Gerry Weber

Gerry Weber will im Online-Handel angreifen und hat dafür seine Online-Präsenz in Europa neu aufgestellt. Im nächsten Schritt nimmt der Fashion-Händler nun den asiatischen Markt in den Fokus.

Die insolvente Modekette Gerry Weber blickt nach vorne und baut ihre E-Commerce-Aktivitäten weiter aus. Im Zuge der Neuaufstellung der Online-Präsenz nimmt Gerry Weber Europa und Asien in den Fokus und hat bereits Mitte Oktober die neuen Online Shops der Marken Gerry Weber, Taifun und Samoon gelauncht.

"Mit dem Relaunch unseres Online Shops setzen wir auch im E-Commerce ein deutliches Zeichen für frischen Wind und einen dynamischen Neustart", sagt Michael Rietdorf, interimistischer Executive Vice President bei Gerry Weber.

Für Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Polen und England hat der Fashion-Händler länderspezifische Webshops an den Start gebracht. Für die anderen Regionen gibt es laut Gerry Weber eine "Rest of Europe"-Variante. Somit können nun Kunden aus ganz Europa Waren von Gerry Weber im Web kaufen. Vor dem Relaunch waren Online-Bestellungen lediglich aus neun europäischen Ländern möglich. "Im nächsten Schritt ist die Ausweitung der E-Commerce-Aktivitäten in Richtung Asien geplant", so das Unternehmen.

Des Weiteren hat der Fashion-Händler ein verbessertes Produktinformationssystem eingeführt. Dadurch sollen die Kunden eigenen Angaben zufolge besser und vor allem schneller mit relevanten Produktdaten und Marketinginformationen versorgt werden. Zudem soll noch in diesem Jahr "ein kanalübergreifendes CRM-System" in Betrieb genommen werden. "Damit sollen bestehende und potenzielle Kunden noch gezielter mit relevanten Inhalten angesprochen werden", teilte Gerry Weber mit.

Warum kam es zur Insolvenz?

Gerry Weber hat wie einige andere Mitbewerber den Strukturwandel in der Modebranche zu spät erkannt. Der Modekonzern läuft bei Digitalisierung am PoS sowie im Online-Handel hinterher und nimmt keine Vorreiterrolle ein. Auch Moderiesen wie H&M und Esprit mussten dies schmerzlich erfahren und versuchen nun mit allen Kräften den Anschluss nicht zu verlieren.

Hinzu kommt, dass Online-Händler wie Zalando oder Asos die Kundschaft abziehen. Zudem machen Billigketten wie Primark ebenfalls Marktanteile streitig. Auch gegen den großen Rivalen aus Spanien, Inditex, hat Gerry Weber das Nachsehen. Die Zara-Mutter ist wesentlich schneller, wenn es darum geht, die neuesten Trends in die Läden zu kriegen.

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