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Online-Handel international E-Commerce in Afrika: vielversprechendes Potenzial

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Nirgendwo schreitet die Digitalisierung schneller voran als in Afrika. Schon jetzt sind einige afrikanische Länder weiter als Europa - zum Beispiel beim bargeldlosen Bezahlen über das Smartphone. Damit entwickelt sich auch der E-Commerce immer vielversprechender.

Beim Thema E-Commerce ist Afrika nicht der Kontinent, der als Erstes in den Sinn kommt. Dabei hat Afrika gerade in Sachen Mobile Commerce viel Potenzial. Denn die mobile Konnektivität beträgt hier durchschnittlich 95 Prozent. Die Internetpenetration liegt bei 39,3 Prozent. Darüber hinaus befinden sich 11,5 Prozent der weltweiten Internetnutzer in Afrika, was auch den E-Commerce fördert.

Dieser entwickelt sich dort von Jahr zu Jahr vielversprechender: Er liegt aktuell bei 12,4 Milliarden Euro. Der E-Commerce-Umsatz in Afrika im Bereich Fashion macht 3,8 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: In Deutschland ist der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im vergangenen Jahr von 72,6 Milliarden Euro auf 83,3 Milliarden Euro gestiegen.

Unabhängig davon, ob der Einkauf über ein mobiles oder ein anderes Gerät erfolgte, befanden sich die afrikanischen Länder im Jahr 2019 hinter dem globalen Durchschnitt in Bezug auf Online-Einkauf. Dasselbe galt auch für die monatlich genutzten mobilen Zahlungsdienste. Nichtsdestotrotz zeigt der E-Commerce-Markt in Afrika kontinuierlich wachsende Umsätze, die sich Prognosen zufolge im Jahr 2024 auf 30,7 Milliarden Euro belaufen sollen.

Im Jahr 2019 haben knapp über 233 Millionen Menschen in Afrika online eingekauft. Laut Prognosen soll sich diese Anzahl bis 2024 mehr als verdoppeln und die Grenze von 476 Millionen überschreiten. Wie in Deutschland auch fördert die Corona-Krise die Entwicklung.

Auf Basis von Daten von Statista im Folgenden die wichtigsten Fakten zum E-Commerce in Afrika:

Die wichtigsten Kennzahlen

Der Anteil der männlichen E-Commerce-Nutzer in Afrika liegt bei 51 Prozent. 31 Prozent alle User zwischen 25 und 34 Jahre alt. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Nutzer verfügen dabei über ein niedriges Einkommen.

Zum E-Commerce-Erfolg in afrikanischen Ländern tragen unter anderem zwei Online-Shopping-Plattformen in afrikanischen Ländern bei: Jumia und Takealot, die zu den beliebtesten Apps für die Smartphones in Ländern, wie etwa Ägypten, Kenia, Nigeria und Südafrika, gehören. Jumia hat einem Umsatz von knapp 161 Millionen Euro im Jahr.

Bezahlt wird in Afrika übrigens via M-Pesa, dem Mobile Money-Service, mit dem man Geld auf seinem Mobiltelefon speichern, senden und empfangen kann. Der Dienst hat 42 Millionen Nutzer, das Transaktionsvolumen beträgt 12,2 Milliarden Euro.

E-Commerce in Afrika fördern

Das Potenzial haben auch die Deutsche Post und das Bundesentwicklungsministerium erkannt. Sie wollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schwellen- und Entwicklungsländern verstärkt in den globalen E-Commerce-Markt einbinden. Schwerpunktmäßig sollen Unternehmen in afrikanischen Ländern gefördert werden - auch weil deren Liefer- und Versorgungsketten durch Corona stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Sie investierten 30 Millionen Euro in den kommenden Jahren Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern mit der Digitalisierung von Zoll- und Handelsprozessen, im E-Commerce und einer emissionsarmen Logistik in Städten.

"Wir starten in Marokko, Ruanda, Kenia, Ghana und der Elfenbeinküste. Über neue E-Commerce-Plattformen schaffen wir zudem neue Absatzmärkte weltweit. Das alles beschleunigt den Handel, schafft Transparenz und ermöglicht enorme Entwicklungssprünge. Wir legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Schulung sowie die Förderung von Frauen als Unternehmerinnen. Und wir setzen bewusst auf Digitalisierung. Denn nirgendwo schreitet die Digitalisierung schneller voran als in Afrika. Schon jetzt sind einige afrikanische Länder weiter als Europa - zum Beispiel beim bargeldlosen Bezahlen über das Smartphone", so Entwicklungsminister Gerd Müller.

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