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reduce, reuse, recycle-Schriftzug

Nachhaltigkeit Warum Re-Commerce der Trend des Jahres wird

Shutterstock/Tasha Vector
Shutterstock/Tasha Vector

Zwar hat nachhaltiger Handel in den letzten Jahren bereits einen starken Aufschwung erlebt -  doch Oliver Lauterwein, Chief Commercial Officer bei BuyBay, ist sich sicher: Re-Commerce wird 2022 der Trend des Jahres werden. Im Artikel erklärt er, warum das so ist.

Der Online-Handel boomt: Das Statistische Bundesamt gab an, dass der Internet- und Versandhandel im Vergleich zu 2019 in 2020 um 23,8 Prozent angewachsen ist, im Jahr darauf um weitere 9 Prozent. Durch diese Veränderung wurde auch die Marktlandschaft geprägt und neue Anbieter etablierten sich. Außerdem, so Oliver Lauterwein, Chief Commercial Officer bei BuyBay, laufen "aktuell gleich mehrere Veränderungen am Markt und im Verhalten der Konsumenten in einer Bewegung zusammen: dem Trend hin zum Re-Commerce."

Aber was ist Re-Commerce? Der Begriff setzt sich aus dem klassischen E-Commerce, sowie dem "Re-" aus dem oft gebräuchlichen "Reduce, Reuse, Recycle", in Verbindung mit nachhaltigem Wirtschaften zusammen. Für seine Einschätzung zur diesjährigen Entwicklung 2022 bringt Lauterwein drei Argumente vor:

1. Unternehmen in der Verantwortung

Unternehmen würden insbesondere durch zwei Faktoren zu nachhaltigem Wirtschaften inspiriert: Einerseits durch den Wunsch, selbst Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Andererseits durch Gesetze oder Regularien, beispielsweise beim Umgang mit Produkten, die elektrische Bauteile enthalten wie Smartphones oder Kühlschränke.

"Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Bundesumweltministeriums fallen pro Jahr und Kopf 20 Kilo Elektroschrott in Deutschland an - das wären über 1,5 Millionen Tonnen insgesamt. Deutschland verfehlt auch das EU-Ziel von 65 Prozent für die Rücklaufquote an Elektronik - bisher werden hier nur 44,3 Prozent der Elektrogeräte und Komponenten recycelt. Daher werden sich 2022 viele Hersteller und Händler mit dem Thema Aufbereitung und Wiederverkauf von Elektro-Produkten beschäftigen müssen", so Lauterwein.

2. Konsumenten suchen gezielt nach nachhaltigen Anbietern

Des Weiteren seien Käufer die treibende Kraft des Re-Commerce: Vor allem jüngere Generationen hätten Interesse daran, gebrauchte Produkte, B-Ware oder wiederaufbereitete Artikel zu kaufen. Durch ihr Handeln hätten sie außerdem eine massive Auswirkung auf das allgemeine Verbraucherverhalten.

Lauterwein argumentiert weiter, dass nach einer Studie sieben von zehn Befragten angeben, dass sie den Kauf von gebrauchten oder erneuerten Produkten ausprobiert haben oder dies versuchen möchten. Außerdem kaufen 78 Prozent der Konsumenten laut Statistik gebrauchte Ware lieber online als im stationären Handel.

3. Neue Käufergruppen und Geschäftspotenziale durch Markenpositionierung

Ein weiterer Punkt sei es, dass Händler durch die neue Marktstruktur und geschickte Markenpositionierung Käufergruppen für die eigene Plattform gewinnen können. Gebrauchte Produkte seien nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit attraktiv, sie seien auch günstig. 36 Prozent der Befragten kaufen sich Produkte gebraucht, die sie sich sonst nicht leisten könnten - und Re-Commerce-Produkte bieten meist ein besonders attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Schon bei kleinen Kratzern gibt es beispielsweise bei Elektroprodukten einen starken Preisnachlass. Gleichzeitig ist der Verkauf von Re-Commerce Produkten oft profitabler als viele bisherige Praktiken. Bisher brachte der Abverkauf von Retouren an Großhändler meist weniger als 10 Prozent ihres ursprünglichen Wertes, der Verkauf an Verbraucher gestaltet sich wesentlich profitabler.

"Nach aktuellen Schätzungen gibt es bereits rund 40 Re-Commerce Anbieter im deutschsprachigen Raum - von Spezialisten für Segmente, wie Mobilfunk oder Sportgeräte, bis zu Plattformen mit einem breit aufgestellten Portfolio. Ich bin sehr gespannt, welche Neuerungen uns in diesem spannenden Markt 2022 erwarten", sagt Oliver Lauterwein.

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