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Multichannel

Digitaler Handel Kostenfalle Multichannel

shutterstock.com/Montri Nipitvittaya
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Die Multichannel-Vorreiter kämpfen mit rückläufigen Profiten. Gesucht werden Wege, wie sich die Digitalisierung des Handelsgeschäfts wirtschaftlicher gestalten lässt.

Kaum Wachstum, aber dafür eine Umsatzverschiebung von Offline zu Online: Das Filialgeschäft wird für Europas größten Elektronik-Retailer Media-Saturn immer weniger profitabel. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Digitalisierung der stationären Läden und den Ausbau des E-Commerce-Geschäfts. Die Media-Saturn-Dachgesellschaft Ceconomy fährt deshalb von Quartal zu Quartal weniger Gewinn ein. Das führte dazu, dass der Aktienkurs von Ceconomy immer stärker unter Druck geriet und schließlich CEO Pieter Haas den Hut nehmen musste. Nun hat der Konzern mit dem bisherigen ATU-Chef Jörn Werner einen Nachfolger gefunden. Seine Eignung für den Job hat der Manager in den Jahren 2012 bis 2015 als CEO von Conrad Electronic unter Beweis gestellt: Werner richtete den 1923 gegründeten Elektronikhändler damals konsequent auf Multichannel aus, digitalisierte Warenbestände, führte viele kanalübergreifende Services ein und stärkte das E-Commerce-Geschäft.

Heute gilt Conrad als Musterbeispiel in Sachen Handelsdigitalisierung. Doch gibt es ähnliche Probleme wie bei Media-Saturn: Während der Umsatz nur gering wächst, ist der Gewinn in den letzten drei Jahren um zwei Drittel zurückgegangen. Auch andere Multichannel-Vorreiter kämpfen mit schwachem Wachstum und rückläufigen Profiten.

Der Schuhhändler Görtz rutschte zeitgleich mit seiner Multichannel-Offensive 2015 in die Verlustzone und konnte sich erst nach einer Restrukturierung 2017 wieder fangen. Die für kanalübergreifende Services wie die Online-Videoberatung durch Filialmitarbeiter bekannt gewordene Einrichtungskette Butlers musste 2017 sogar zwischenzeitlich Insolvenz anmelden. Und beim Müsliversender Mymuesli führte der Aufbau einer mehr als 50 Stores umfassenden Ladenkette zu so hohen Verlusten, dass das Unternehmen Ende 2018 die Kehrtwende vollzog und mehr als 20 Stores wieder schloss. Folgt man diesen Indizien, liegt der Schluss nahe: Multichannel verursacht lediglich hohe Kosten, aber keine Zusatzumsätze.

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