INTERNET WORLD Business Logo Abo

M-Commerce Sportscheck ist Tablet-Europameister 2014

Die Tablet-Shops von Sportversendern sind vor der WM schon gut optimiert

Fotolia.com/THesIMPLIFY

Die Tablet-Shops von Sportversendern sind vor der WM schon gut optimiert

Fotolia.com/THesIMPLIFY

Sind Europas Online-Sportshops auf den zu erwartenden Mobile-Run auf ihre Shops während der Fußball-WM vorbereitet? Die Internet-Agentur Quisma hat die Probe auf's Exempel gemacht.

Der deutsche Multichannel-Sport-Händler SportScheck bietet Tablet-Nutzern das beste Einkaufserlebnis. Dies zeigt eine Erhebung der Performance-Marketing-Agentur Quisma, die dafür je drei mobile Tablet-Sport-Shops aus Deutschland, England, Italien, Spanien und den Niederlanden untersuchte. In Deutschland kamen SportScheck, Intersport und Karstadt Sports unter die Lupe, in England SportsDirect, JD Sports und Pro Direct Soccer. In Italien wurden Cisalfa Sport, Maxisport und Amazon Italia getestet, in Spanien gingen Decathlon, Decimas und Sprinter an den Start. Für die Niederlande schlussendlich trat Plutosport, Avantisport und Perrysport an. Alles in allem konnte SportScheck die beste Gesamtwertung erzielen, weil das Niveau in allen untersuchten Kategorien - von der Startseite bis zum Checkout - gleichbleibend gut ist. In den jeweiligen Unterkategorien fanden die Tester aber auch bei anderen Anbietern Perlen.

JD Sports hat die beste Startseite, Pro Direct Soccer die schlechteste

Bei allen untersuchten Tablet-Shops konstatierten die Marktforscher gute bis sehr gute Startseiten. Vor allem JD Sports überzeugte hier die Tester. Der englische Sportshop weist durch eine prominent platzierte Suchfunktion, verschiedene Navigationsoptionen und ein klares Vorteilsversprechen für die Kunden nahezu alle Merkmale einer optimal aufgebauten Startseite auf. Auch das Design der Website ist sehr ansprechend. "Die Produkte beziehungsweise Produktkategorien werden übersichtlich in Kacheln angeordnet, sodass der Besucher sich leicht zurechtfindet. Die hochwertigen Bilder und Texte vermitteln dem Kunden die hohen Ansprüche des Spots. Kurze und prägnante Textzeilen erleichtern die Orientierung", loben die Studienautoren.

JD Sports ist in der Kategorie "Startseite" am besten aufgestellt


Am wenigsten gelungen erschien den Testern die Startseite von Pro Direct Soccer. Die Suchfunktion sei schlecht erkennbar und die Kundenvorteile seien unauffällig. Das Kachelsystem böte zu viel Text und nicht abgestimmt Grafiken, was die Seite insgesamt sehr unruhig und überladen wirken lasse. Auch der Warenkorb fehlt gänzlich.

Die Startseite von Pro Direct Soccer wirkt zu unaufgeräumt

Unter dem Strich konstatiert Quisma drei Faktoren für eine gute Startseite eines Tablet-Shops:

1. Ansprechendes Design

2. Übersichtlichkeit

3. Gut sichtbare Hinweise auf Datenschutz, AGB und Privatsphäre des Kunden

Decathlon punktet bei Produktdetailseiten

Die Produktdetailseite ist in einem Tablet-Shop fast genauso wichtig wie die Startseite. Hier gefiel den Testern vor allem die Lösung von Decathlon. Suchfunktion, Warenkorb und Login-Funktion sind prominent platziert, die Call-to-Action-Buttons groß genug gestaltet. Auch bei der Visualisierung ist die Umsetzung gelungen. Alle wichtigen Elemente sind vorhanden, gut platziert und von hoher Qualität. Lediglich die Informationen zur Verfügbarkeit des Artikels und zum Versand, die hier oberhalb des Call-to-Action-Buttons platziert sind, könnten einen zentraleren Platz erhalten.

Die Usability, vor allem die Zoom-Funktion, ist auf dem Tablet durch ein sich öffnendes Pop-Up gut umgesetzt. Ebenso lässt sich durch Swipen zwischen den verschiedenen Bildern des Produkts wechseln, was dem Kunden die Betrachtung erleichtert.

Die Produktdetailsseite von Decathlon ist als beispielhaft anzusehen

An letzter Stelle bei der Bewertung von Produktdetailseiten liegt Avantisport. So ist auf der Produktdetailseite die Suchfunktion nur auf den zweiten Blick zu erkennen. Auch der Call-to-Action-Button ist zu unauffällig gestaltet. Bei Visualisierung und Usability kritisieren die Tester, dass es keine funktionierende Zoom-Funktion gibt. Beim Klick auf die Produktbilder in der Leiste daneben öffnet sich das bild in einer nur minimal größeren Version als vorher. Hier lässt sich mit der Zwei-Finger-Zoom-Funktion des iPads das Bild zwar vergrößern und der Zoombereich auswählen. Die Funktion scheint aber nicht fürs Tablet optimiert.

Bei Avanti fällt die eingeschränkte Bedienbarkeit negativ ins Gewicht

Auch für den Aufbau einer optimalen Produktdetailseite haben die Quisma-Tester Schlüsselfaktoren definiert:

1. Klarer übersichtlicher Aufbau mit optisch ansprechenden Produktpräsentationen und allen relevanten Informationen auf den ersten Blick

2. Zusatzinformationen und Zoom-Funktion tragen dazu bei, den Kunden vom Kauf zu überzeugen

3. Ein gut sichtbarer Call-to-Action-Button soll dem Kunden den Übergang in den Checkout erleichtern. Idealerweise bewegt er sich beim Scrollen auf der Seite mit

Warenkorb: SportScheck siegt, rote Karte für Maxi Sport

Im Warenkorb müssen alle Produkte nochmals übersichtlich aufgelistet sein. Außerdem muss die Möglichkeit bestehen, die Anzahl von Produkten zu ändern oder sie mit einem Klick auch wieder aus dem Warenkorb zu entfernen.

Hier konnten im Test gleich alle drei deutschen Tablet-Shops überzeugen, am schönsten umgesetzt wurde die Warenkorbfunktion der Quisma-Bewertung zufolge allerdings von SportScheck. "Hier wurde nahezu alles richtig gemacht", lautet das Lob. Login- und Suchfunktion wurden im Header prominent platziert, das Warenkorblogo ist ähnlich gut sichtbar wie Informationen zu Datenschutz, AGB und Impressum. Auch bei der Visualisierung übernimmt der Warenkorb von SportScheck die Vorreiterrolle: Er ist übersichtlich, gut strukturiert und weist alle notwendigen Funktionen auf. Außerdem ist der Call-to-Action-Button gut sichtbar platziert und immer im Blickfeld des Kunden - unabhängig von der Anzahl der Artikel. Alle Schaltflächen und Buttons sind tabletfreundlich und die Texte auch im Hochformat noch gut lesbar. Am wichtigsten für den Kunden ist jedoch die klare und übersichtliche Kommunikation der Versand- und bei Abschluss der Gesamtkosten.

Sport Scheck hat beim Tablet-Warenkorb nahezu alles richtig gemacht

Hingegen sollte sich Maxi Sport aus Italien in Sachen Warenkorbgestaltung noch irgendwo ein Extratraining besorgen. Den größten Nachholbedarf gibt es in Bezug auf die Struktur. Weder Login-Funktion noch Shop-relevante Inforamtionen wie Impressum oder AGB sind integriert. Eine rote Karte geben die Tester bei der Visualisierung: Im horizontalen Format war alles noch einwandfrei sichtbar. Im vertikalen Format allerdings war es unmöglich, die gesamte Seite auf einen Blick zu erfassen, da ein nicht unerheblicher Teil seitlich abgeschnitten war und nur mittels Scrollen sichtbar wurde. Die Kosten werden zwar klar kommuniziert, dennoch fehlt der Hinweis auf sicheres Bezahlen.

Maxi Sport muss bei der Struktur im Warenkorb noch nachbessern

Als Schlüsselaspekte für einen optimalen Warenkorb definieren die Berater:

1. Eine klare und übersichtliche Darstellung der wichtigsten und vor allem relevanten Informationen sowie vertrauensbildenden Elemente

2. Eine klare Kommunikation aller Kosten

3. Ein auffälliger Call-to-Action-Button, der den Kunden einlädt, in den Checkout-Prozess einzutreten.

Checkout: Karstadt Sports kann es, Pro Direct Soccer muss noch üben

Ziel im Checkout ist es, durch eine optimierte Usability den Kunden so einfach und komfortabel wie möglich durch den Prozess zu führen. Jede Hürde für den Kunden steigert die Gefahr, dass der Kunde den Prozess abbricht.

Am besten gestaltet hat den Checkout-Prozess nach Meinung der Studienautoren Karstadt Sports: Anhand einer Progress-Bar sieht der Kunde, wo im Prozess er aktuell steht, die Kundendaten werden übersichtlich präsentiert und die Bestellübersicht bietet mit Bild und Verfügbarkeitsanzeige nochmals alle wichtigen Produktinformationen. Auf Datenschutz, AGB und Rückgaberecht wird prominent hingewiesen, der Call-to-Action-Button ist groß und auffallend gestaltet. Insgesamt verläuft der Checkout-Prozess bei Karstadt Sports schnörkellos und zielstrebig. Er besteht nur aus drei Schritten, der Kunde kann problemlos hin und her navigieren, ohne die bereits eingegebenen Daten zu verlieren.

Bei Karstadt Sports ist der Checkout optimal gelöst

Hingegen ist der Checkout-Prozess von Pro Direct Soccer verbesserungswürdig: Die Bezahlinformationen sind mit einem schlechten Kontrast dargestellt, die Bestellübersicht ist lückenhaft und lässt sich nich tmehr ändern. Auch der Call-to-Action-Button ist zu klein. Der aktuelle Stand des Kunden im Kaufprozess ist nicht ersichtlich, eine Speicherung der eingegebenen Daten erfolgt ebenso wenig. Es fehlt an Orientierung und Übersicht, monieren die Tester.

Die Startseite von Pro Direct Soccer wirkt zu unaufgeräumt

Das Fazit der Tester: Die Online-Shops haben sich schon gut auf das neue Device Tablet eingestellt. Dennoch gibt es noch Optimierungspotenzial. Denn auch für den Erfolg von Online-Shops gilt, was die FIFA für die WM 2014 als Motto ausgegeben hat: "All in one rhythm" oder "Juntos num só ritmo!"

Auch im stationären Web konnte der Auftritt von Sportscheck  überzeugen: Bei einem Test des Instituts für Servicequalität im vergangenen Sommer wurde die Otto-Tochter Sieger in der Gesamtwertung. Ausschlaggebend dafür war das mit Abstand beste Sortiment. Der zum Otto-Konzern zählende Anbieter war hinsichtlich der Sportarten breit aufgestellt und überzeugte mit einem großen Sortiment an Artikeln, Sportgeräten, Marken und Accessoires. Der Online-Auftritt bot viele spezifische Informationen wie Einkaufshilfe, Produktbewertungen durch Kunden oder die Möglichkeit des Artikelvergleichs. Der zweite Platz ging an Globetrotter mit dem im Test besten Wert hinsichtlich der Bedienungsfreundlichkeit des Internetauftritts. Auch das Angebot war überdurchschnittlich gut. Dritter wurde Sport-Thieme, gefolgt von Intersport und Sportbedarf.

Das könnte Sie auch interessieren