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Digitale Strategie 2013

Digitale Strategie 2013 "Der fünfte Screen kommt bald"

Der Desktop ist nur noch für Nerds, "Nomophobia" entwickelt sich zur neuen Zivilisationskrankheit, 2013 wird das Multi-Screen-Jahr - und der fünfte Screen kommt bald. Warum das so ist, verriet Google-Deutschland-Director Alastair Bruce auf dem Online Handel Kongress in Bonn.

"Nomophobia", das ist der unerträgliche Stress, unter dem Menschen leiden, die ihr Handy zu Hause vergessen haben oder deren Smartphone nur noch einen geringen Akkustand aufweist - also die Angst, nicht mehr "mobil" zu sein. Laut Alastair Bruce, Deutschland-Direktor bei , leiden bereits 48 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer unter dieser Neurose: Der Stressfaktor sei mit dem Hochzeitstag oder einem Zahnarztbesuch vergleichbar. 

Demnach sind 91 Prozent aller Handy-Nutzer nie weiter als einen Meter von ihrem Gerät entfernt. Während der Desktop eigentlich nur noch für Nerds sei, gehöre die Liebe der Internetnutzer nunmehr zweifellos den mobilen Geräten. 17 Prozent der Deutschen besitzen inzwischen ein Tablet, weltweit werden 20 Prozent aller Retail-Suchanfragen bereits mobil getätigt, führte Bruce während seiner Rede zu Beginn des Kongresses in Bonn aus. Dennoch werde 2013 nicht das Mobile-Jahr: "Ich glaube, es ist das Multi-Screen-Jahr". 

Cross-Device-Effekte

Die Gerätenutzung finde heute überwiegend auf vier Screens gleichzeitig statt: Fernsehbildschirm, Tablet, Laptop und Smartphone. Dabei erfüllen die Geräte jeweils unterschiedliche Funktionen: Das Smartphone ist der ständige Begleiter, das Tablet der "Couch-Companion", der Laptop ist Informationsdienstleister und der Fernseher dient der Unterhaltung. Die sogenannten "Cross-Device-Effekte" seien inzwischen nachgewiesen. 

Mehr als die Hälfte, nämlich 65 Prozent der Shopping-Aktivitäten beginnen Bruce zufolge mittlerweile mit dem Smartphone, weshalb eine mobil optimierte Website für Shop-Betreiber heute Pflicht ist. "Gehen Sie jederzeit auf die Nutzungssituation Ihrer Kunden ein." Als positives Beispiel nannte er das neue Magazin "Mylife" von Otto, mit dem Kunden sich auf der Couch über Modetrends informieren und gleichzeitig auch shoppen können. Es sei zudem hilfreich, über die mobilen Geräte unterschiedliche Optionen anzubieten wie zum Beispiel die "Click to Call"-Funktion. 

Insgesamt sei eine integrierte Multi-Screen-Strategie erforderlich. Und Multi-Screen könnte bald noch mehr bedeuten: "Ich glaube der fünfte Screen kommt bald", prophezeite der Google-Mann - in Form von der Augmented-Reality-Brille, an der der Suchmaschinengigant in seinem "Project Glass" derzeit mit Hochdruck arbeitet. Die Brille soll noch in diesem Jahr serienreif werden, denn: "Wir haben keine Zeit, wir müssen vorankommen". 

Trotz aller Zukunftsvisionen werde der stationäre Handel auch weiterhin bestehen, resümierte Bruce, "aber wir müssen überlegen, wie wir die Technologie so einsetzen, dass Online und Offline eine Chance haben. Dazu müssen wir ganzheitlich denken". 

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