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Smartphone in der Hande

M-Commerce Deutsche Händler verschenken mobile Umsätze

Geldquelle Smartphone

shutterstock.com/ nopporn

Geldquelle Smartphone

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Der M-Commerce nimmt in Deutschland weiter rasant zu. Aber deutsche Einzelhändler sind darauf nicht ausreichend vorbereitet - und lassen sich dadurch in diesem Jahr sieben Milliarden Euro entgehen.

In diesem Jahr wird sich der Mobile-Commerce-Umsatz von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 14,4 Milliarden Euro verdoppeln. Dabei steigt der mobile Anteil am Online-Handelsumsatz auf insgesamt 27,7 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Gutschein-Portals deals.com.

Trotzdem ist derzeit nur jede vierte Händler-Webseite in Deutschland (27 Prozent) für Smartphones und Tablets optimiert, so eine weitere Erkenntnis der Untersuchung. Dabei gaben 28 Prozent der befragten Konsumenten an, pro Einkauf im Schnitt acht Euro mehr auszugeben, wenn ein Shop ihnen eine bessere mobile Einkaufserfahrung bieten würde. Das wären hochgerechnet auf das Jahr 2015 sieben Milliarden Euro zusätzlicher Umsatz. Besonders abschreckend sind für die potenziellen Käufer lange Ladezeiten (66 Prozent) und Webseiten, die nicht für mobile Endgeräte optimiert sind (45 Prozent).

Zwar schließen derzeit noch lediglich 13 Prozent der deutschen Konsumenten ihre Online-Bestellung mit dem Smartphone ab und nur sechs Prozent haben schon einmal in einem stationären Ladengeschäft mit dem Handy gezahlt. Trotzdem gehört es für viele zum Verkaufsprozess dazu: Vier von fünf Befragten nutzen ihr Mobiltelefon für Preisvergleiche und zum Lesen von Rezensionen (je 79 Prozent), 70 Prozent suchen über den mobilen Kanal nach Angeboten und Gutscheincodes. "Die Entwicklung im M-Commerce ist nicht nur technologischer Natur, sondern verändert auch nachhaltig unser Konsumverhalten - und dieser Wandel muss auch in den Köpfen der Händler stattfinden", meint Karina Spronk, Leiterin Partner Management bei deals.com.

Die internationale Studie wurde von deals.com in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research in sechs Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Niederlande und USA) im Juni 2015 durchgeführt. Dafür wurden Telefoninterviews mit 1.300 führenden Händlern (davon 250 aus Deutschland) sowie eine repräsentative Befragung unter insgesamt 5.400 Befragten (darunter 1.000 deutsche Verbraucher) durchgeführt. 

Videos auf dem Smartphone angucken ist ein beliebter Zeitvertreib bei Jung und Alt. In diesem Jahr wächst der mobile Datenverkehr laut einer aktuellen Gartner-Prognose um satte 59 Prozent. Am beliebtesten ist das mobile Video-Streaming bei Familien mit kleinen Kindern - und zwar unabhängig vom Einkommen.

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