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Initiative ZukunftHandel

Kreative Shop-Ideen kleiner Händler

shutterstock.com/V Sot Visual Content
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Angesichts der hohen Fallzahlen zeichnen sich weitere Corona-Einschränkungen ab. Das Unternehmen Jimdo bietet im Rahmen der Initiative ZukunftHandel deshalb wieder einen Online Shop für einen Euro im Monat an.

Das Weihnachtsgeschäft dürfte in diesem Jahr für viele stationäre Händler eine Enttäuschung werden. Angesichts der coronabedingten Einschränkungen spricht der Handelsverband HDE bereits von "extrem sinkenden Kundenfrequenzen", was viele Geschäfte nicht mehr überleben würden. "Die Kunden kaufen zwar auch in der Corona-Krise Geschenke, sie shoppen aber deutlich mehr online und gehen seltener in die Innenstädte“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Einen handfesten Beitrag in der Krise soll die Initiative ZukunftHandel bringen. Hier hat der HDE gemeinsam mit Google und anderen Unternehmen wie Jimdo ein Paket geschnürt, das vor allem kleineren Händlern und Ladenbesitzern unter die Arme greift. Es soll ihnen helfen, das Online-Business anzukurbeln, auch wenn das bislang keine Rolle spielte. Jimdo gab jetzt bekannt, ab sofort Errichtung und Betrieb eines eigenen Onlineshops für den symbolischen Preis von einem Euro für ein Jahr anzubieten. "Damit kann jeder den eigenen Online Shop ohne Vorkenntnisse in wenigen Stunden durch ein Baukastensystem aufsetzen", sagt Matthias Henze, Geschäftsführer und Co-Founder von Jimdo.

Inbegriffen sind auch einige Corona-Features wie die Option, eine kontaktlose Abholung vor dem Laden oder Gutscheine anzubieten, sowie ein Rechtstexte-Manager mit Abmahnschutz von Trusted Shops.

Verkaufsschlager: der Likör "Liebe in Zeiten der Isolation"

Jimdo hatte die Ein-Euro-Aktion zum ersten Mal Mitte März zu Beginn des Lockdown gestartet. Die Aktion war aber im Sommer ausgelaufen. In dieser Zeit, so Henze, hätte man einer hohen fünfstelligen Zahl an Shops zu einer neuen Präsenz im Internet verholfen. Jetzt - angesichts neuer Einschränkungen - bräuchten kleinere Händler wieder die Möglichkeit, mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben und nach Möglichkeit Umsätze online zu erwirtschaften. Dabei stehen sie vor zwei Herausforderungen. "Zum einen haben sie wenig Zeit, denn sie stämmen viele Aufgaben gleichzeitig", sagt Henze. "Zum anderen bringt nicht jeder Selbständige technisches Vorwissen mit."

Eine Reihe von Beispielen belegen, wie kreativ einzelne Ladeninhaber ihre urspüngliche Idee ins Internet übertragen haben. Dazu zählt beispielsweise ein Hutmacher aus dem schweizerischen Kanton Aaargau, der nun unter strohart.ch Tischunterlagen und geflochtene Pflanzenkörbe anbietet. Oder die Gärtnerei Bartels aus dem niersächsischen Delmenhorst, die nun Stauden, Gräser und Gehölze online verkauft. Als weiteres Beispiel führt Matthias Henze die Bäckerei Metzler aus Langenargen am Bodensee an, die einen Brötchen-Bringdienst ins Leben rief: Kunden bestellen online, bezahlen per PayPal oder Kreditkarte und bekommen ihre Brote, Brezeln und Wecken am nächsten Morgen direkt vor die Haustür geliefert.

Ähnlich agiert die Likör-Manufaktur Ginger&Du aus Magdeburg. Als Clubs, Bars und Restaurants schließen mussten, kreierten die beiden Betreiberinnen  einen speziellen Eierlikör mit Erdbeeren und nannten ihn "Die Liebe in den Zeiten der Isolation". Vertrieben wurde er über eine schnell aufgebauten Online Shop. Dem Vernehmen nach gelang es damit tatsächlich, einen guten Teil des Umsatzeinbußen wettzumachen. Henze: "Es haben super viele kleine Unternehmen den Schritt in die digitale Welt gemacht, die normalerweise keine physischen Produkte zum Verschicken verkaufen."

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