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Second Hand

Gebrauchtware Secondhand boomt: Gebrauchte Artikel wegen Inflation und Verknappung beliebt

Shutterstock/ anna.spoka
Shutterstock/ anna.spoka

Der Handel mit Ware aus zweiter Hand erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele Verbraucher sehen in gebrauchten Artikeln eine Möglichkeit, Geld zu sparen und nachhaltig zu konsumieren. Viele ungenutzte Produkte werden trotzdem bisher nicht wieder verkauft.

Steigende Preise und Lieferengpässe bei etlichen Produkten bremsen die Kauflaune der Verbraucher. Immer häufiger entdecken sie einen Ausweg: Sie kaufen Produkte aus zweiter Hand. Bislang verkaufen viele Deutsche jedoch noch nicht ihre gebrauchten, ungenutzten Artikel.

"Der Secondhand-Einkauf ist salonfähig geworden. Es schämt sich niemand mehr dafür - egal wie dick das Portemonnaie ist", sagt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH). Gleich drei Entwicklungen geben dem Secondhand-Handel Hudetz zufolge derzeit Rückenwind: die Preissteigerungen, die weltweiten Lieferschwierigkeiten und der Wunsch, nachhaltiger zu leben.

Hudetz beschreibt die Vorteile von Second Hand-Artikeln für Kunden: "Ich kann durch den Kauf gebrauchter Produkte in Zeiten hoher Inflation Geld sparen. Ich umgehe so die durch die weltweiten Logistikprobleme verursachten Lieferengpässe, denn die Produkte sind ja sofort verfügbar. Und ich handele nachhaltig, denn die Weiternutzung ist viel umweltschonender als der Kauf von Neuware".

Auswirkungen der Inflation auf Elektronikprodukte

Nach einer Umfrage des IFH hat mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher Angst, aufgrund der Preissteigerungen den Lebensstandard bald nicht mehr halten zu können. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, sie wollten ihre Ausgaben aufgrund der Preissteigerungen verringern. "Textilien oder Elektronik secondhand einzukaufen ist da ein vergleichsweise schmerzloser Weg, das Geld zusammenzuhalten", meint Hudetz.

Am größten seien die Auswirkungen bei Elektronikprodukten wie Laptops oder Smartphones. "Hier heizen die Lieferengpässe bei Neuware die Nachfrage nach gebrauchten Produkten so sehr an, dass zuletzt auch gebrauchte Smartphones spürbar teurer wurden."

Heiner Kroke, der Chef des Onlinehändlers Momox, hob im Gespräch mit der "Lebensmittel Zeitung" den Heimvorteil der Secondhand-Branche hervor. "Lieferengpässe kennen wir nicht, unsere Produkte bleiben nicht auf Schiffen in Häfen oder im Suezkanal hängen."

Potential ungenutzter Elektrogeräte

Nach einer Studie des Wuppertal-Instituts und Ebay Kleinanzeigen liegen zurzeit in deutschen Haushalten ungenutzte Produkte im Wert von fast 53 Milliarden Euro herum - pro Haushalt also Waren im Wert von rund 1300 Euro. Dabei handele es sich vor allem um Bekleidung, Bücher, CDs und DVDs, aber auch um Elektrogeräte, Smartphones und Tablets.

Wie die Deutsche Automobil-Treuhand ermittelte, stiegen die Gebrauchtwagenpreise von 2019 auf 2020 um 18 Prozent und 2021 noch einmal um knapp 7 Prozent. Hauptursache dafür waren laut ADAC die Lieferengpässe bei Neuwagen bedingt durch Produktionsausfälle infolge der Pandemie sowie die Knappheit an Mikrochips. Viele Käufer seien deshalb auf den Gebrauchtwagenmarkt ausgewichen, und das habe die Preise in die Höhe getrieben.

Doch werden solche Preisschübe im Secondhand-Bereich nach Hudetz' Einschätzung eher die Ausnahme bleiben. "Hier und da wird es auch bei Secondhand-Produkten in der nächsten Zeit Preissteigerungen geben. Aber das betrifft vor allem höherwertige Produkte wie Autos oder Laptops, bei denen Verfügbarkeit eine große Rolle spielt." Auf breiter Front sei nicht mit Preiserhöhungen zu rechnen. "Es gibt in den deutschen Haushalten einfach noch zu viele ungenutzte Produkte, die darauf warten verkauft zu werden."

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