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Outfittery-CEO Julia Bösch: "Wir kennen die Garderobe der Kunden - und ihre Lücken"

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Mithilfe von Kunden-Insights gibt Outfittery nicht nur Produktempfehlungen, sondern entwirft auch Mode und steuert Bestände aus. Jüngster Coup ist ein hyperpersonalisierter Webshop, der den Curated-Shopping-Ansatz ergänzt. Wir trafen Gründerin Julia Bösch zum Interview.

Fangen wir doch mal mit Zahlen, Daten, Fakten an: Wo steht Outfittery derzeit im Markt?

Julia Bösch:
Outfittery ist Europas größter Personal Online Shopping-Service. Wir bedienen mittlerweile über eine Million Kunden, in unserem Fall exklusiv Männer, in neun europäischen Märkten. Unser Service ist bereits in der DACH-Region, in den Benelux-Staaten, Skandinavien und in Frankreich verfügbar. Momentan arbeiten 350 Mitarbeiter für Outfittery, davon sind 150 Stylisten, die unsere Kunden in Kombination mit Algorithmen persönlich und individuell beraten. Vor allem in der DACH-Region haben wir inzwischen eine hohe Bekanntheit erlangt: 75 Prozent aller Männer kennen uns hier. Über die letzten Jahre haben wir bereits fünf Millionen Outfits für unsere Kunden zusammengestellt. Dies stellt eine gute Basis für unsere Technologieplattform und für die mittlerweile über 20 Algorithmen dar, die die Kunden-Experience steuern und vor allem in der Zusammenarbeit mit den Stylisten für die individuelle Auswahl essentiell sind.

Wie lange brauchen die Stylisten denn im Schnitt, um einen Kunden zu bedienen?

Bösch:
Die Dauer der Beratung ist bei jedem Kunden unterschiedlich. Jeder Stylist bedient dabei Tausende von Kunden - das ist also ein skalierbares System.

Eine Million Kunden stehen in der Datenbank. Wie viele davon sind denn aktiv?

Bösch:
Das kommt darauf an, wie man "aktiv" definiert. Männer kaufen ganz anders ein als Frauen. Sie haben zwar eine geringere Kauffrequenz, dafür sind ihre Warenkörbe viel voller. Im Durchschnitt kaufen Männer in Europa alle sechs Monate Kleidung, Frauen vergleichsweise jeden Monat. Bei uns kauft jeder Kunde im Schnitt dreimal pro Jahr ein und gibt dabei durchschnittlich, für drei bis vier Artikel, rund 200 Euro aus. 

Verkauft ihr auch Eigen- oder nur Fremdmarken?

Bösch:
Eigenmarken liegen natürlich auf der Hand. Auf Basis unserer vielen Kunden-Insights haben wir festgestellt, dass sich Männer Styles und Fits wünschen, die es so im Markt nicht gibt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Kunden wissen wir zum Beispiel ganz genau, wo modische Details gefragt oder welche Materialien wichtig sind. Wir haben zum Beispiel eine sehr bequeme Chino-Hose mit elastischem Bund kreiert, die gleichzeitig sehr modisch und cool aussieht. Hier stoßen wir auf viel Begeisterung auf Kundenseite, da Komfort neben dem Style für unsere Kunden besonders wichtig ist, weshalb wir dies stark berücksichtigen. 

Gebt ihr eure Erkenntnisse auch an die Brands weiter, mit denen ihr zusammenarbeitet?

Bösch:
Ja, das ist Teil unserer Kooperation mit den Brands. Wir wollen die Marken unterstützen und ihnen helfen, ihre Produkte zu verbessern. Denn das ist letzten Endes auch gut für unsere Kunden. Am Erfolg unserer Eigenmarken sieht man sehr gut, wie relevant es ist, die Kunden-Insights direkt in die Kollektion einzubringen.

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