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Brillen auf Holzhintergrund

Optikerkette Fielmann will Online-Brillenverkauf vorantreiben

Shutterstock/S.SUPHON
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Der ohnehin wachsende Online-Handel hat in der Corona-Pandemie einen Schub bekommen. Optiker haben davon bislang nur begrenzt profitiert. Das soll sich beim Branchenprimus Fielmann bald ändern.

Der Online-Handel spielt im Geschäft mit Korrekturbrillen bislang so gut wie keine Rolle. Bei der Optikerkette Fielmann soll sich dies dank künstlicher Intelligenz und neuer Apps für das Smartphone bald ändern.
Langfristig peilt der Marktführer im eigenen Geschäft mit Sehhilfen einen Online-Anteil von 10 Prozent an, wie Vorstandschef Marc Fielmann am Donnerstag in Hamburg ankündigte.

Expansion in Europa

Der letzte Baustein für eine vollständig online bestellte Brille soll bald an den Start gehen: Für eine selbst entwickelte App, mit der per Smartphone Sehfehler vermessen werden können, erwartet Fielmann in wenigen Wochen eine Zertifizierung als Medizinprodukt; danach sollen Testläufe beginnen. Die Qualität der Messtechnologie sei der entscheidende Faktor für den Online-Verkauf von Brillen. Zusammen mit dem schon heute deutlich höheren Online-Anteil beim Versand von Kontaktlinsen und Sonnenbrillen verspricht sich Fielmann, dass künftig mehr als ein Fünftel des Geschäfts komplett über das Internet abgewickelt wird.
Derweil treibt Fielmann die Expansion in Europa voran. Im Juni soll in Prag die erste Filiale in Tschechien öffnen. Bis 2025 sind in dem Nachbarland 20 Filialen geplant. Fielmann hatte 2019 die führende Optiker-Kette Optika Clarus in Slowenien und 2020 80 Prozent an der drittgrößten Optikerkette Spaniens, Óptica & Audiología Universitaria, übernommen. Mit Tschechien ist Fielmann dann europaweit in 16 Ländern aktiv. Ein waches Auge wirft das Unternehmen zudem auf Frankreich, wo es bislang nicht präsent ist.

382 Millionen Euro Konzernumsatz

Im ersten Quartal wuchs Fielmann trotz pandemiebedingter Einschränkungen und hat laut Marc Fielmann damit das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Der Konzernumsatz stieg um 8 Prozent auf rund 382 Millionen Euro. Auch ohne den Zukauf in Spanien hätten die Bestandsmärkte über dem Vorjahresniveau gelegen. Weil Optiker als systemrelevante Versorger gälten, seien die Niederlassungen in allen Märkten geöffnet gewesen. Durch Terminvereinbarungen und digitales Zeitmanagement sei es gelungen, die Frequenz in den Niederlassungen zu steuern, die Produktivität zu erhöhen und so die Rückgänge abzumildern, erläuterte Fielmann.

Unter dem Strich verdienten die Hamburger im ersten Quartal mit 28,5 Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als 12,1 Millionen Euro zu Buche standen. Für das laufende Jahr zeigte sich Fielmann vorsichtig: Die Pandemie habe schwer einschätzbare Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn. Eine Prognose für die kommenden Monate und das Gesamtjahr unterliege großer Unsicherheit. Dennoch will Fielmann 2021 knapp 100 Millionen Euro in seine Niederlassungen investieren.

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