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09.05.2021
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Erfolgseigenschaften adaptieren Was Händler von Amazon lernen können

shutterstock.com/Mela art
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Die Erfolgseigenschaften von Amazon lassen sich schnell auf den Punkt bringen: mutig sein, systematisch Experimente eingehen, Optionen schaffen, vom Kunden her denken und neue Geschäftsmodelle aufbauen oder kaufen. Wir zeigen, was Händler von Amazon übernehmen sollten.

Von Alex Mahr, Co-Founder Stryber

 

Wir erinnern uns: Amazon ist 1994 in einer Garage entstanden - als Online-Buchhandel. Heute ist das Unternehmen viel mehr als das: Online-Alles-Händler, Marktplatz, Cloud-Computing-Dienstleister, Logistiker, Video Streaming-Dienst, Filmstudio, Hardware-Hersteller und vieles mehr. Nicht zu vergessen: ein 'A' in GAFA - Google, Amazon, Facebook, Apple als die vier dominanten Unternehmen unserer Zeit, neben dem chinesischen Pendant BAT (Baidu, Alibaba, Tencent).

 

Mit dem Cloud-Dienst Amazon Web Services (AWS), zum Beispiel, hat Amazon ein aus Sicht des Kerngeschäfts völlig andersartiges Geschäftsmodell in einer völlig fremden Industrie etabliert, das Amazon jedoch heute in puncto Umsatz und Ergebnis bestimmt. Der Cloud-Computing-Service hat in 2020 ca. 12 Prozent des Konzernumsatzes und im letzten Quartal 2020 ca. 52 Prozent des operativen Ergebnisses ausgemacht. Das Cashflow-Profil dieses Geschäfts ermöglicht es Amazon, mutig zu sein.

Das Amazon-Plus: Experimentierfreude mit neuen Geschäftsmodellen

Amazon ist dafür bekannt, sehr datengetrieben und nutzerorientiert zu agieren. Die Obsession vom Kunden her zu denken, ist das oberste Führungsprinzip bei Amazon. So werden Produktmanager beispielsweise angehalten, als ersten Schritt eine Pressemeldung zu einer neuen Initiative zu schreiben, um sich so kompromisslos auf den Kundenwert zu fokussieren und diesen stets als Nordstern im Auge zu behalten.

 

Amazon weiß: Wenn man diesen Pfad verlässt, kann das bedeuten, dass man am Markt vorbeientwickelt. Das ist mit dem Fire Phone auch dem Handelsriesen passiert. 2010 sah Amazon die strategische Notwendigkeit, gegen Apple und Google eine Mobile-Plattform zu positionieren. Zu groß war die Abhängigkeit vom App Store und Google Play Store. Doch das war nicht kundenzentriert, sondern eine reine Innensicht. Nur drei Monate nach Start in 2014 musste sich Amazon eingestehen, dass der Zug bereits abgefahren war und stellte das Fire Phone direkt wieder ein. Man sah mehr Potenzial im Echo-Lautsprecher und der künstlichen Intelligenz-Plattform Alexa, die etwa zur gleichen Zeit wie das Fire Phone als Projekt gestartet waren. Da konnte man noch reüssieren. In dem 2018er-Brief an die Aktionäre verteidigte Gründer Jeff Besos diese Optionalität und argumentierte, dass auch Fehler skalieren müssen. Die Botschaft: Große Ambitionen und Vorhaben gehen auch mit großen Risiken, Investitionen und Fehlern einher. Mit Mut.

 

Eine dieser Investitionen ist auch die Akquisition von Whole Foods Market mit 472 physischen Lebensmittelmärkten für über 13 Milliarden US-Dollar. Damit legt Amazon mit einem deutlichen Signal bezüglich seines Machtanspruchs im Lebensmitteleinzelhandel nach. Neben anderen, komplementären Vorhaben natürlich, wie Amazon Fresh (der Online-Supermarkt, der bereits in einigen Städten weltweit operiert) und Amazon Go (dem Minimarkt-Ansatz mit kontaktlosem Bezahlen).

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