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Amazon 04.11.2022
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Wirtschaftskrise Amazon verkündet Einstellungsstopp für die nächsten Monate

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In einem Blog-Beitrag schwört die US-Unternehmensleitung die Mitarbeiter von Amazon auf harte Zeiten ein. Aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten sollen Neueinstellungen in den nächsten Monaten ausgesetzt werden. Ob das auch Deutschland betrifft, ist unklar.

Der Beitrag im Amazon-Unternehmensblog ist überschrieben mit der Headline "A note about hiring from Beth Galetti". Galetti ist Senior Vice President of People Experience and Technology bei Amazon in Seattle - die oberste Personalchefin im Konzern. In dem Text, der firmenintern bereits seit 2. November bekannt war, kündigt die Top-Managerin einen Stop von turnusmäßigen Neueinstellungen (incremental hiring) für das gesamte Unternehmen an. Als Grund für diese Entscheidung nennt sie neben allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten auch die hohe Zahl der Neueinstellungen in den letzten Jahren.

Ende steht noch nicht fest

Dieser Einstellungsstopp, der in den vergangenen Wochen bereits in mehreren Unternehmensteilen ausgerufen wurde, soll künftig für das gesamte Unternehmen gelten. Wie lange die Maßnahme bestehen bleiben soll, schreibt Galetti nicht, das hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Ausnahmen von dem Einstellungsstopp sollen es nur bei bestimmten, begrenzten Abteilungen geben, außerdem würden bei Bedarf Stellen neu besetzt, wenn Mitarbeiter auf eigenen Wunsch ausscheiden.

Welche Auswirkungen der in den USA verkündete Einstellungsstopp auf das Deutschlandgeschäft haben wird, geht aus dem Blogpost nicht hervor. Die Amazon-Jobbörse Amazonjobs weist für die deutschen Standorte des Online-Riesen weiterhin offene Stellen aus. Dabei werden offenbar derzeit ausschließlich Versand- und Lagermitarbeiter gesucht. Am Standort Kaiserslautern wird Bewerbern, die sich aktuell in einem Beschäftigungsverhältnis mit einem anderen Unternehmen befinden, gar ein Wechselbonus von 2.500 Euro in Aussicht gestellt.

Kritik an Einstellungspraxis

Die Amazon-Praxis des Incremental Hiring war in der Vergangenheit in die Kritik geraten. Nach Medienberichten hatten Abteilungsleiter angeblich interne Vorgaben, dass sie sich innerhalb gewisser Zeiträume von einem bestimmten Teil ihrer Mitarbeiter zu trennen haben und diese mit neuen Leuten ersetzen mussten. So sollte - so der Vorwurf - ein permanenter Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt werden, im internen Ranking nicht zu weit zurückzufallen.  Im Mai 2021 berichtete das österreichische Nachrichtenportal "Der Standard" gar von Amazon-Managern, die neue Mitarbeiter eigens mit dem Ziel einstellten, sie später wieder entlassen zu können, um so ihr Kernteam zu schützen. Amazon-Sprecher hatten Berichte über solche Praktiken stets als unzutreffend zurückgewiesen.

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