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Amazon 28.10.2022
Amazon 28.10.2022

Amazon Vendor Survey Report 2022 Amazon-Marktplatzhandel: Preiserosion als größte Herausforderung

Shutterstock/360b
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Für Verbrauchermarken, die auf Amazon verkaufen, sind Preis- und Rentabilitäts-Herausforderungen, komplexe oder teure Logistik sowie Schwierigkeiten bei der Umsatzprognose derzeit die schwerwiegendsten Problembereiche, so eine Studie von Pattern.

Auch Amazon bekommt die Inflation und Krisenstimmung derzeit zu spüren und erwartet ein schwaches Weihnachtsgeschäft und Q4, was ein Aktienminus von fast 20 Prozent verursachte. Die schlechte Wirtschaftslage macht auch den Vendoren zu schaffen; sie sehen sich auf Amazon mit diversen Herausforderungen konfrontiert, wie eine aktuelle Studie des E-Commerce-Accelerators Pattern unter 88 Markenherstellern in EMEA zeigt.

Die Marken, die an der Studie teilgenommen haben, verkaufen einige oder alle ihrer Produkte an Amazon über das 1P- oder Vendor-Modell oder nutzen ein hybrides Vendor- und 3P-Seller-Modell (bei dem ein Teil des Sortiments von Amazon und ein Teil von einem Drittanbieter verkauft wird). 98 Prozent der Teilnehmer berichten von Schwierigkeiten beim Amazon-Marktplatzhandel in den vergangenen zwölf Monaten.

Herausforderungen

Am meisten macht den 100 Befragten der 88 Brands die Preiserosion zu schaffen: 64 Prozent der Befragten bezeichnen diese als extrem oder ziemlich schmerzhaft bezeichnen (2021: 59 Prozent). 45 Prozent beurteilen die kommerziellen Bedingungen als ungünstig. Elf Prozent hingegen verspüren keinerlei negative Auswirkungen durch unrentable Produkte. Nur sechs Prozent gaben an, dass Rabatte bei Amazon keine Probleme auf anderen Kanälen verursacht haben. 39 Prozent sind nicht zuversichtlich oder nicht sicher, ob sie in naher Zukunft mit dem gleichen Modell bei Amazon verkaufen werden.

Ebenso problematisch gestaltet sich derzeit die Logistik: 52 Prozent der Befragten stuften komplexe oder teure Logistik als extrem oder ziemlich schmerzhaft ein. 51 Prozent gaben an, dass es zu einem Anstieg von Strafzahlungen kam, und 52 Prozent hatten Probleme, Produkte in die Lager von Amazon zu bringen (2021: 66,1 Prozent), bei 43 Prozent davon bedingt durch die Unterbrechung ihrer eigenen Lieferkette.

Die Umsatzprognose ist ebenfalls unter den Top 3 der größten Probleme angesiedelt. 46 Prozent der befragten Marken gaben an, Schwierigkeiten bei der Umsatzprognose zu haben. 38 Prozent sagen, dass ihre Prognosemethoden nicht ausreichen, um genug Lagerbestand vorzuhalten (2021: 42,9 Prozent), und 37 Prozent erleben aufgrund des algorithmusgesteuerten Preises von Amazon viele Out-of-Stock-Ereignisse.

Im Vorjahr wurden Margendruck beziehungsweise Preiserosion sowie eine komplexe Logistik als die bedeutendsten Herausforderungen (96,4 Prozent und 85,2 Prozent) der Markenhersteller genannt.

Marktplatz für Wachstum

Dennoch wird Amazon in den Augen der Marken immer noch als Marktplatz für Wachstum wahrgenommen: Mehr als zwei Drittel der aktuell Befragten planen, über Amazon international zu expandieren. Nur drei Prozent gaben an, in Zukunft nicht mehr auf Amazon verkaufen zu wollen.

Die Meinung der Verkäufer gegenüber Amazon ist der Studie nach weitgehend gut: Etwas mehr als die Hälfte beurteilt ihre Zusammenarbeit als eher positiv (45 Prozent) oder sogar sehr positiv (sechs Prozent). 25 Prozent nehmen eine neutrale Haltung ein.

Die Amazon-Verkäufe in der EMEA-Region sind für 29 Prozent der Befragten zurückgegangen, weitere 23 Prozent gaben an, dass ihre Verkäufe stabil sind.

Für die Zukunft ihrer Präsenz auf Amazon erwägen 41 Prozent der befragten Marken, auf ein Hybridmodell umzusteigen, und 13 Prozent erwägen, von 1P zu einem 3P-Modell zu wechseln.

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