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Amazon-Lager in Oelde
Amazon 01.03.2022
Amazon 01.03.2022

Fulfillment by Amazon Amazon drängt Händler zur optimalen Ausnutzung von Lagerflächen

Amazon
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Die Preise für Logistikflächen sind seit Beginn der Corona-Pandemie förmlich explodiert. Nach Medienberichten ist Amazon daran nicht ganz unschuldig - und hat jetzt in den USA ein Modell gestartet, um Händler zum effizienten Umgang mit Lagerplatz anzuhalten. 

Weltweit sind die Kosten für Logistikflächen im jahr 2021 stark gestiegen, in den USA und Kanada zwischen 2020 und 2021 um über 16 Prozent. Branchenbeobachter machen unter anderem den Flächenhunger des Handelsriesen Amazon dafür verantwortlich.

Während Amazon 2019 noch einen Lagerflächenbestand in Höhe von fast 18 Millionen Quadratmetern hatte, soll dieser im Jahr 2021 auf mehr als 38 Millionen Quadratmeter gewachsen sein. "Das mache den Online-Versandhändler mit Abstand zum größten Treiber der beobachteten Mietpreissteigerung", schreibt der Branchendienst "Finanzen.net". 2020 soll Amazon über 100 Milliarden US-Dollar in den Kauf von Lagerflächen und die Ausrüstung von Verteilzentren gesteckt haben.

"Kostenlose" Lagerflächen

Aus diesen Investitionen das Maximum herauszuholen, das scheint das Ziel eines neuen Pilotprojektes mit dem Namen "Storage Limit Manager" zu sein, über das das US-Portal "ecommercebytes" berichtet. Demnach stellt Amazon den Händlern, die Fullfillment by Amazon (FBA) nutzen, unter bestimmten Voraussetzungen kostenlosen Lagerplatz zur Verfügung - wobei der Begriff "kostenlos" mit Vorsicht zu genießen ist.

Das Programm spricht FBA-Händler in den USA an, die einen Inventory Performance Index (entspricht dem Lagerbestansindex) zwischen 350 und 400 erreichen. Sie können über den Storage Limit Manager zusätzlichen Lagerplatz anfordern. Dazu müssen sie angeben, wie viel Lagerfläche sie im 2. Quartal 2022 benötigen - und wie viel Gebühr sie dafür bereit sind zu zahlen. Die Flächen werden dann von Amazon auf Basis der Höhe der Gebote zugeteilt - wer am meisten bietet, kommt bevorzugt zum Zuge. Gleichzeitig zahlt Amazon den teilnehmenden Händlern für den Umsatz, den sie mit Waren auf diesen Flächen erzielen, sogenannte "Performance Credits". Damit, so verspricht der Konzern, sei es im Endeffekt möglich, die zuvor gezahlte Lagergebühr komplett auszugleichen.

Tägliche Überwachung der Abverkaufsquote

Damit FBA-Händler nicht völlig im Nebel operieren müssen, stellt Amazon ihnen ein spezielles Tool zur Verfügung, das ihnen bei der Kalkulation ihres Gebührenangebotes helfen soll. Teilnehmenden Händlern rät der Konzern, den Abverkauf der Waren, die auf den Amazon-Flächen gelagert werde, täglich zu überwachen, um so einen Überblick darüber zu erhalten, wie sich Lagergebühr und Performance Credits zueinander verhalten.

Derzeit scheint das Pilotprojekt "Storage Limit Manager" ausschließlich in den USA zu laufen. Ob und in welcher Ausprägung es auch nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. 

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