Messe-Rundgang 01.03.2016, 09:30 Uhr

Payment: Durchblick im Labyrinth

Paypal oder Paydirekt? Payment Service Provider oder nicht? Kauf auf Rechnung selbst abwickeln oder mit Partner? Auf der Internet World bekommen Händler einen Überblick.
(Quelle: shutterstock.com/Andrej Vodolazhskyi)
Die meisten Deutschen haben sie sehr verinnerlicht, die Redewendung "Über Geld spricht man nicht". Doch so verpönt es auch sein mag über das Gehalt oder den Preis des Eigenheims zu sprechen, so wichtig ist das Thema Geld für Shop-Betreiber.
Denn wenn der kaufwil­lige Kunde sein Geld nicht problemlos im Shop lassen kann, entgeht dem Online-Händler schlichtweg der Umsatz. Doch es ist nicht immer leicht, bei der Vielzahl der verfügbaren Bezahlverfahren und den Angeboten der Payment-Dienstleister den Überblick zu behalten - zumal der Markt ständig in Bewegung ist. Auf der Internet World Messe können sich die Besucher ­einen Überblick über die Trends im Payment-Markt und die Services der Dienstleister verschaffen.

Paydirekt und die Konkurrenz

Eine der spannenden Fragen der kommenden Monate wird sein: Gelingt es Paydirekt (Halle B6 / B083), dem neuen Bezahlverfahren der deutschen Banken, im Markt Fuß zu fassen und Paypal, dem Platzhirsch im E-Payment, ernsthaft Konkurrenz zu machen? Zwar haben sich mittlerweile mehr als 150.000 Nutzer für die neue Zahlart registriert, doch das Interesse der Händler an dem Ende 2015 gestarteten Bezahlverfahren scheint noch verhalten zu sein.
Ein Problem ist wohl der umständliche Prozess des Vertragsabschlusses für die Händler: Sie müssen mit diversen Bankenverbänden einzeln die Verträge aushandeln. Pay­direkt arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Vereinfachung dieser Prozedur. Alternativ können Shop-Betreiber Paydirekt natürlich auch über einen Payment Service Provider (PSP) anbinden. Erste Partner sind beispielsweise der Kieler Dienstleister Payone (Halle B6 / D191) und der Bamberger PSP Computop (Halle B6 / B083).

Lösungen für Läden

Die Payment Service Provider ihrerseits stehen vor der Herausforderung, die zunehmende Verschmelzung von Online- und Offline-Handel in ihren Services abzubilden. Lösungen für den Mobile Commerce sind dabei ebenso gefragt wie Technologien, die das Bezahlen im stationären Laden mit Online- und Mobile-Shops verknüpfen. Das Spektrum reicht dabei von In-App-Payment und einfachen Checkout-Lösungen für mobile Webshops über Self-Service-Terminals, an denen die Kunden im Laden eigenständig bezahlen können, und Kassenterminals für die ­Ladentheke bis hin zum Bezahlen via Smartphone. Entsprechende Lösungen und Live-Demos zeigen beispielsweise Computop, Adyen (Halle B6 / D196), ­Wirecard (Halle B6 / C133), Concardis (Halle B6 / A034) und Six Payment Services (Halle B6 / E264).
Ein wichtiger Punkt ist dabei natürlich immer die Sicherheit: Nur wenn der ­Kunde sich sicher fühlt und Vertrauen in die Zahlart hat, nutzt er sie auch. Dennoch muss die Nutzung komfortabel bleiben - umständliche Verfahren akzeptieren die Nutzer nicht, wie auch Yapital mit seiner QR-Code-basierten mobilen Bezahl­lösung erfahren musste. Biometrische Technologien werden hier künftig eine große Rolle spielen.
Dazu kommen immer strengere Vorgaben der Aufsichtsbehörden wie etwa die Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internet-Zahlungen, kurz MaSi, die die Bafin seit November 2015 vorschreibt. Hier sind vor allem die Dienstleister in der Pflicht, die die Vorgaben entsprechend umsetzen müssen, und die Händler werden entlastet. Heidelpay (Halle B6 / A052) informiert während der Internet World Messe unter anderem über dieses Thema.
Etliche PSP bieten darüber hinaus Zusatzservices an: Slimpay (Halle B6 / A032) stellt auch für kleine und mittelgroße Händler ein Spezialangebot für Abos und andere wiederkehrende Zahlungen bereit, Novalnet (Halle B6 / C154) will die Zuordnung der Kundenzahlungen durch eine "virtuelle IBAN" erleichtern, die voll­automatisch jeder Zahlung zugeordnet wird und sie eindeutig identifizierbar machen soll. ­Optile (Halle B6 / D195) bietet ein offenes Gateway an, über das ein Händler die Services unterschiedlicher, vor allem auch ausländischer PSPs in einem Schritt anbinden kann. Ziel ist, durch die Bündelung den technischen Aufwand für den Händler zu minimieren.



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