Chef Vic Gundotra geht 28.04.2014, 09:30 Uhr

Was wird aus Google+?

Hat Google+ noch eine Zukunft? Nachdem der langjährige Projektchef von Vic Gundotra seinen Abschied angekündigt hat, gilt das soziale Netzwerk einigen als Todeskandidat.
Verlässt Google+: Gundotra
(Quelle: Jolie O'Dell/Google_VP_Engineering/Boseritwik)
Nach fast acht Jahren bei dem US-Konzern hat der hochrangige Google-Manager Vic Gundotra seinen Rücktritt von Google+ bekannt gegeben. Die Entscheidung teilte er in einem Beitrag auf dem Google-Netzwerk mit. Einen Grund für den Rücktritt gab der bisherige Vice President Social nicht an, zu Beginn seines Posts schrieb er aber von einem Onkel seiner Frau, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.
Er sei sehr glücklich gewesen, mit dem Team von Google+ zu arbeiten, schrieb Gundotra weiter und bedankte sich. Aber nun sei es Zeit für eine "neue Reise". Google-Chef Larry Page dankte dem Manager ebenfalls auf Google+: "Du hast Google+ aus dem Nichts aufgebaut", schrieb er: "Es gab nur wenige Menschen mit dem Mut und der Fähigkeit, so etwas in die Wege zu leiten und ich bin sehr dankbar für deine harte Arbeit und Leidenschaft."
Wie es mit dem sozialen Netzwerk weitergeht, ist derweil ungewiss. Nachfolger von Gundotra könnte Medienberichten zufolge Entwicklungschef David Besbris werden. Für Diskussionen sorgt unter anderem ein Artikel von Techcrunch, wonach 1.000 bis 1.200 Angestellte von Google+ in andere Abteilungen versetzt werden könnten. So soll das Hangouts-Team künftig Android-Lösungen entwickeln. Gerüchte, denen Zufolge der Abschied von Gundotra das Aus für das soziale Netzwerk bedeuten könnte, hatte der Internet-Riese indes dementiert.
Im Dezember 2012 hatte Gundotra vermeldet, dass Google+ die Marke von 500 Millionen Mitgliedern erreicht hat. Google hat einiges daran gesetzt, Facebook und Twitter Konkurrenz zu machen und mehr Nutzer auf sein eigenes Netzwerk zu holen. In San Francisco hat der Suchmaschinen-Riese im Oktober 2013 einige neue Funktionen für Google+ präsentiert. Darunter sind Fullscreen-Videogespräche in HD, planen und managen von "Hangouts on Air" und die automatische Anpassung der Webcam-Aufnahme. Zuletzt hat das Netzwerk seine sogenannten +Post Ads für alle Unternehmensseiten auf Google+ freigegeben, die mehr als 1.000 Abonnenten haben. Außerdem erlaubt Google automatische Werbung für Beiträge und Hangouts.

Wenn es um Social Media in Deutschland geht, ist Facebook mit einem Anteil von über 80 Prozent klarer Marktführer. Zuckerbergs Netzwerk verzeichnet hierzulande über 25 Millionen aktive Nutzer monatlich. Wie sich soziale Plattformen wie Facebook, aber auch Twitter, Pinterest, Google+ oder Reddit weltweit schlagen, hat das Search Engine Journal in einer Infografik verdeutlicht.


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