Neue Datenschutzregeln 26.01.2015, 12:40 Uhr

Justizministerium kritisiert Facebook

Am 30. Januar ändert Facebook seine Datenschutzrichtlinien. Beim Bundesjustizministerium stoßen die Neuerungen auf Kritik. Die User sollten selbst entscheiden dürfen, ob die AGB aktiviert werden.
(Quelle: Shutterstock/Pan Xunbin)
Am kommenden Freitag ist es soweit: Facebook ändert mal wieder seine Datenschutzrichtlinien. Ein wichtiger Bestandteil der Neuerungen sind Werbeanzeigen. Das Netzwerk will seine Werbung noch stärker personalisieren und dabei auch das Surfverhalten der User außerhalb von Facebook auswerten. Der Nutzer selbst hat dabei wenig Mitspracherecht: Mitglieder, die die Änderungen nicht akzeptieren, müssen sich aus dem sozialen Netzwerk abmelden. Das stößt dem Bundesjustizministerium nun sauer auf. Wie der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Kelber dem Tagesspiegel in der Montagausgabe sagte, sollte der Nutzer selbst entscheiden dürfen, ob die AGB aktiviert werden.
"Wenn Facebook permanent verfolgt, wie wir auf bestimmte Angebote im Netz reagieren, besteht eine große Gefahr, dass wir vorhersehbar und damit auch manipulierbar werden", mahnte Kelber. Er kritisiert, dass unklar bleibt, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet, genutzt und ausgewertet werden.
Am 30. Januar 2015 müssen User automatisch beim Log-In ihre Einwilligung geben. "Man wird gezwungen, das Gesamtpaket zu wählen. Facebook lässt nur die Wahl: Alles oder Nichts", so Kelber. Er plädiert dafür, die neuen Funktionen per Voreinstellung auszuschalten und nur zu aktivieren, wenn sich der Nutzer dafür entscheidet.
Facebook hatte die Änderungen im November angekündigt und die Einführung auf Druck europäischer Datenschützer um einen Monat verschoben. Im September vergangenen Jahres überarbeitete Facebook seine Online-Werbeplattform Atlas, aktuellster Partner ist die Havas Media Group.

Was war 2014 wichtig? Facebook hat eine Chronik der zehn meist diskutierten Ereignisse in Deutschland veröffentlicht. Ein Jahr in Bildern.


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