Newsfeed-Algorithmus
08.03.2016, 14:45 Uhr

Facebook Reactions und ihre Auswirkungen auf deine Reichweite

Vor gut zwei Wochen rollte Facebook weltweit seine neuen Reactions aus. Wir sagen euch, welche Auswirkungen die Emojicons auf den Newsfeed-Algorithmus von Facebook haben.
Die neuen "Reactions" erweitern die Bandbreite, um mit Beiträgen zu interagieren
(Quelle: Facebook)
Der Newsfeed-Algorithmus von Facebook wird durch Hunderte wenn nicht sogar Tausende kleine Details bestimmt. Erschwerend für Werbungtreibende und Publisher kommt hinzu, dass sich die Kriterien, die für die Zusammensetzung der Timeline verantwortlich sind, ständig verändern.
Ob eine Anzeige oder ein Post vom Nutzer gesehen wird oder nicht, hängt also stark vom "Edgerank" ab - so wird der Algorithmus in der Branche auch genannt. Interaktionen - unter anderem Klicks, Likes oder Kommentare - spielen dabei seit jeher eine große Rolle. Vor etwas mehr als einer Woche verkündete Mark Zuckerberg via Facebook den Global-Rollout der Reactions.
Damit ermöglicht es Facebook seinen Nutzern, gezielter auf eine Werbeanzeige oder einen Nachrichtenbeitrag zu reagieren. Bislang erhielten viele Posts (zum Beispiel Unfälle oder Todesmeldungen) wenig(er) Likes, weil ein "Gefällt mir" schlicht und einfach nicht die passende Reaktion auf ein trauriges Ereignis ist.

Auswirkungen auf den Algorithmus

Für Seitenbetreiber stellt sich nun die Frage, ob ein "wow" oder ein wütendes Gesicht einen stärkeren Einfluss auf die Platzierung im Newsfeed hat als ein gewöhnlicher Like. Die gute Nachricht: Zunächst werden alle Reaktionen von Facebook gleich gewertet.
In einer Mitteilung schreibt das Unternehmen dazu: "In the beginning, it won’t matter if someone likes, "wows" or "sads" a post - we will initially use any Reaction similar to a Like to infer that you want to see more of that type of content."
Das offizielle Marketing-Partnerprogramm von Facebook (FMP) soll Werbungtreibenden den Zutritt zur zum Teil komplizierten Ad-Welt des Sozialen Netzwerks erleichtern. Auf diesen vier Säulen fußt das FMP.
Die Betonung dürfte dabei jedoch vor allem auf "zunächst" liegen. Denn bereits im anschließenden Satz erklärt Facebook: "Over time we hope to learn how the different Reactions should be weighted differently by News Feed to do a better job of showing everyone the stories they most want to see." Und ergänzt: "We will spend time learning from this rollout and use feedback to improve."

Schlussfolgerungen für Advertiser und Publisher

Es scheint also nur eine Frage der Zeit bis Facebook seine Analysen in den Newsfeed-Algorithmus einfließen lässt. Bis dahin sollten sowohl Publisher als auch Advertiser ihre eigenen Schlussfolgerungen aus den Reaktionen der Nutzer ziehen und untersuchen, ob die Grundhaltung der Nutzerschaft positiv oder negativ ist.
Schließlich lässt sich ein wütender Smiley nutzerseitig durchaus auch als Reaktion auf die Qualität des Inhalts und nicht auf den Inhalt selbst interpretieren. Vielleicht können Seitenbetreiber anhand dessen auch etwas für sich selbst lernen. Auswirkungen auf die organische Reichweite eines Facebook-Auftritts haben die Reactions nicht. Zumindest vorerst.
Facebook brauchte mehr Platz und ist vor Kurzem vom Berliner Pariser Platz in das neues Büro im Sony Center am Potsdamer Platz gezogen. Beim Betrachten der Bilder wird eines klar: Es gibt schlechtere Arbeitsplätze.
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