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06.03.2014, 10:59 Uhr

Reiseportale verpassen SEO-Chancen

Ein Großteil der Nutzer beginnt inzwischen seine Reiseplanung mit einer Recherche im Internet. Trotzdem besteht bei vielen Reiseportalen deutlicher Nachholbedarf in Sachen Suchmaschinenoptimierung.
(Quelle: Fotolia.de/Sashkin)
Wie fit ist die deutsche Touristikbranche bei der Suchmaschinenoptimierung? Das hat SoQuero, eine Agentur für Online-Marketing, in ihrer SEO-Analyse ermittelt - und stellt einigen Nachholbedarf fest. Längst nicht alle der 28 getesteten Reiseportale setzen SEO-Standards sauber um und verpassen damit die Gelegenheit, früh im Entscheidungsprozess von potenziellen Kunden wahrgenommen zu werden.
"Unsere Analyse zeigt, dass die großen Touristik-Player noch nicht alle Hausaufgaben gemacht haben. Wer Google als wichtige Traffic-Quelle erfolgreich nutzen will, sollte sich bald um Themen wie zum Beispiel Rich Snippets oder Social Search kümmern", sagt Tobias Jungcurt, Leiter SEO bei SoQuero: "Wer hier schnell ist, kann leicht zum Wettbewerber aufschließen."
So haben sich die Reiseportale geschlagen
(Quelle: SoQuero)
Nur ein Drittel der untersuchten Reiseportale setzt etwa eine XML-Sitemap ein, um Suchmaschinen mitzuteilen, wie die Website aufgebaut ist und welche URLs indiziert werden sollen. 40 Prozent verzichten auf die Verwendung einer optimierten 404-Fehlerseite, die den Nutzer wieder zurück auf das Portal führen soll, wenn er eine nicht existente URL aufgerufen hat. Besser sieht es bei der Suchmaschinen-Optimierung von Bildern aus: Demnach kennzeichnen acht von zehn Anbietern Bilder mit einem sogenannten ALT-Tag.

Blogs und Ratgeber fehlen

Wesentlich besser aufgestellt sind die Reiseanbieter und -Vermittler im Bereich Content. So pflegen fast alle untersuchten Portale Meta-Titel, die Mehrheit kennzeichnet außerdem Überschriften per HTML-Tag. Allerdings führt nur die Hälfte der untersuchten Seiten einen eigenen Blog oder Ratgeber mit Tipps zum Thema Reisen. Dabei führe gerade ein solches zusätzliches Informationsangebot zu einer positiven Nutzererfahrung.
Die Chancen, die soziale Netzwerke bei der Inspiration bieten, hat ein Großteil der Portale erkannt und vor allem Facebook und Google+ in seiner Marketing-Strategie berücksichtigt. Nachholbedarf besteht aber bei der Verwendung von Social Plug-Ins, die einen automatisierten Datenaustausch zwischen Webseiten und Social-Media-Diensten ermöglichen. So haben nur sechs von zehn Portalen ein Facebook Plug-In und nur jedes zweite Portal ein Google+ Plug-In integriert. Große Defizite sieht die Untersuchung auch beim Thema Rich Snippet-Optimierung. Als Rich Snippets werden kleine Inhaltsauszüge von Websiteinhalten auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen bezeichnet.
Und auch das Thema Mobile lässt zu wünschen übrig: Nur die Hälfte der Portale kann mit einer mobilen Version seiner Seite dienen.
Eine Analyse von Allyve stellte ebenfalls Defizite fest: Demnach verzichten vier der acht größten deutschen Reiseportale auf die Möglichkeit, gezielt einzelne Reiseangebote auf mehreren Social Media-Kanälen zu bewerben.
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