Vom Netzwerk zur Shopping-Plattform 18.11.2015, 09:40 Uhr

Buy-Buttons: Das Ende der Online-Shops?

Mit Buy Buttons wollen verschiedene Netzwerke den Weg über die mobile Website ­umgehen und zugleich den eigenen Dienst als Shopping-Plattform aufwerten.
Shopping mit dem Smartphone
Durch Buy Buttons erreichen soziale Medien die nächste Evolutionsstufe
(Quelle: shutterstock.com/robuart)
Warten macht keinen Spaß! Dabei ist es egal, ob es sich um neue Geschäftszahlen, Abschlussnoten oder den eigenen Geburtstag handelt: Es ist unerfreulich. Auch der digitalen Wirtschaft ergeht es nicht anders. Da diese derzeit größtenteils von US-amerikanischen Unternehmen beherrscht wird, müssen Werbungtreibende in Deutschland häufig auf den Einsatz von Innovationen warten, während ihre amerikanischen Kollegen sie bereits einsetzen. 
Das gilt etwa für Buy Buttons oder Werbeformate mit integrierter Kauffunktion. Der erste Dienst, bei dem ein Buy Button eingebaut wurde, war Pinterest. Im Juni 2015 war mit den "Buyable Pins" in den USA ein entsprechendes Format am Markt.
Facebook bietet mit Canvas ein Werbeformat mit optionalem Buy Button an
(Quelle: facebook)
Und die Konkurrenz schläft nicht: Twitter testet ebenfalls in den USA einen Buy Now Button. "Für unsere Werbekunden bietet sich die attraktive Möglichkeit, Produkte direkt in der Timeline zu verkaufen", erklärt Thomas de Buhr, Deutschland-Chef beim 140-Zeichen-Dienst. Facebook hat ebenfalls ein Konzept umgesetzt.
Vorreiter und Marktführer ist - zumindest momentan - noch Pinterest. Obwohl bislang nur iOS-Nutzer in den USA per Knopfdruck Kleidung, Schuhe oder andere Produkte kaufen können, scheinen die ersten Tests erfolgreich zu verlaufen. Rund drei Monate nach dem Launch veröffentliche Pinterest die ersten Zahlen. "60 Millionen Buyable Pins warten bereits auf die Kundschaft", weiß Boris Wollny. Er ist ­Geschäftsführer der Augsburger Digital- und Social-Media-Agentur Betamodus.

Funktionsweise und Sinn von Buy Buttons

Mit Buy Buttons vollzieht sich der nächste Entwicklungsschritt der sozialen Medien. Vom Austauschkanal werden sie zunehmend zur Verkaufsplattform. Da insbesondere Pinterest diesen Weg forciert und das Modell vorantreibt, wäre es in diesem Fall nicht richtig, noch von Social Media zu sprechen, der Begriff Social-Shopping-Plattform trifft es schon eher.
Buyable Pins - sie füllen den Newsfeed auf Pinterest, durch den der Nutzer scrollt - sind vergleichbar mit einem Post auf ­Facebook oder einem Tweet. Wenn ein Werbungtreibender dem User nun mitteilen möchte, dass das Produkt, das er ­gerade sieht (zum Beispiel ein Stuhl) zu kaufen ist, kann er dies mit solch einem Pin machen.

Reisen, Mode, Essen und mehr: Pinterest feiert seinen ersten Geburtstag in Deutschland. INTERNET WORLD Business zeigt die Top Ten der Pins, die 2014 in Deutschland geposted wurden.

Von einem "normalen" Pin unterscheidet sich der Buyable Pin durch den blauen Button mit dem Schriftzug "Buy it". Er ist die Türöffner zum Social Shopping und zugleich bebhebt er ein ­altes Problem: das der Verfügbarkeit. Wenn Unternehmer auf sozialen Netzwerken Sonderangebote posten, sind diese auf der eigenen Firmen-Pinnwand und zugleich im Newsfeed des Nutzers zu sehen.
Insbesondere wenn User ein Angebot erst spät entdecken, kann es sein, dass der Angebotszeitraum schon abgelaufen ist oder das Produkt im Online-Shop gar nicht mehr zur Verfügung steht. Tritt dieser Fall ein, frustriert dies den potenziellen Käufer.
Bei seinem nächsten Einkauf wird er womöglich bei einem Konkurrenten nach der Ware suchen. Der blaue Buy Button ­erscheint auf Pinterest jedoch nur dann, wenn das Produkt tatsächlich noch zur Verfügung steht. Er symbolisiert dem ­Interessierten: Der Artikel, den du kaufen möchtest, ist noch zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren