Was das neue Penguin-Update bedeutet

Neuerungen am Penguin-Update

Wie kommt ein Online Shop wieder aus der Penguin-Abstrafung heraus, wenn kein Reconsideration Request gestellt werden kann? In der Vergangenheit war die Penguin-Abstrafung "Update-basiert": Das Update wurde ausgerollt und alle Webseiten, bei denen es zu diesem Zeitpunkt einen aus Google-Sicht "kritischen Anteil" von Webspam-Methoden gab, wurden abgestraft. Diese Einschätzung der betroffenen Webseiten revidierte Google erst wieder, wenn das Update erneut ­"aktualisiert" wurde. Die Penguin-Abstrafung war eine Art statische Strafe. War die eigene Webseite betroffen, musste man auf einen Zeitpunkt "X" warten, an dem Google sich entscheiden würde, eine Neueinschätzung (neues Penguin-Update) vorzunehmen. Wann das der Fall sein würde, wurde aber nicht kommuniziert.
Web­seiten, die seit über vier Jahren von der Penguin-Abstrafung betroffen waren, ­obwohl die eigentlichen Bestrafungsursachen längst behoben waren, gewannen über Nacht ihre alten Positionen zurück.
Mit dem neuen Penguin-Update vom 7. Oktober 2016 haben sich jedoch ­wesentliche Änderungen ergeben, die für jeden Webshop-Betreiber und SEO-Verantwortlichen von hoher Bedeutung sind:
  • Penguin wurde in den "Google Core ­Algorithm" übernommen
  • Penguin "ignoriert" schlechte Links und straft diese (nach eigener Aussage) nicht mehr ab
  • Penguin wird "granularer" und kann nun auch einzelne Seitenteile betreffen
Die Überführung des Penguin-Updates in den "Google Core" bedeutet für Webmaster, dass Penguin in Zukunft in Echtzeit läuft. Das heißt, dass die Auswirkungen von Webspam sofort nach dem Crawlen und Indexieren einer Webseite durch Google sichtbar werden.

Kein "zeitpunktbezogenes Update"

Penguin ist somit kein "zeitpunktbezogenes Update" mehr, sondern ein fester, fortlaufender Bestandteil des Google-Algorithmus. Webmaster, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, bekommen die Konsequenzen somit unmittelbar zu spüren. Gleichzeitig hat der Abbau von schlechten Links keine langen Wartezeiten mehr zur Folge, sondern die "Rehabilitation" der eigenen Webseite erfolgt unmittelbar. Die Transparenz im Hinblick auf "Ursache und Wirkung" ­sollte dadurch erheblich besser werden.
Des Weiteren hat Google angekündigt, dass schlechte, manipulative Links noch besser als früher erkannt werden können. An­stelle einer Abstrafung, wie sie in der Vergangenheit stattgefunden hat, sollen diese schlechten Links nun einfach ignoriert werden.
Meine Empfehlung: Google hat bereits häufiger mitgeteilt, dass es in der Lage sei, ­manipulative Links zu erkennen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Thema "Negative SEO" (Negative SEO bedeutet, dass Sie bewusst schlechte Links auf Ihren Wettbewerber setzen, damit dieser eine Abstrafung wegen manipulativer Links ­erhält). Dennoch wurden viele Webmaster vollkommen zu Unrecht durch Negative SEO abgestraft. Google war - trotz anderslautender eigener Aussage - leider nicht in der Lage, derartige Links richtig zu erkennen.
Machen Sie sich daher nicht davon abhängig, ob Google wirklich in der Lage ist, die auf Ihren Shop verweisenden schlechten Links zu "ignorieren". Es empfiehlt sich in jedem Fall, alle Ihnen ­bekannten schlechten Links mittels des Google Disavow Tools zu entwerten.
Darüber hinaus wird Penguin "granularer". In der Vergangenheit war von einer Penguin-Abstrafung die komplette Domain betroffen - mit dem neuen Update können auch nur einzelne Seiten beziehungsweise Rubriken einer Webseite die Penalty zu spüren bekommen, ohne dass die ganze Domain gravierende Ranking-Verluste hinnehmen muss.

Ausblick

Auf der einen Seite ist die neue Version des Penguin-Updates ein Lichtblick für Online-Shop-Betreiber: Jahrelang abgestraft zu werden und dauerhaft für Fehler in der Vergangenheit "büßen" zu müssen - obwohl die Ursache längst beseitigt wurde - ist damit passé.
Auf der anderen Seite birgt der neue Algorithmus aber auch Risiken. Das wohl größte Risiko aus Sicht von Google, aber auch für alle anderen Marktteilnehmer ist wohl die geringere Abschreckungswirkung: Wenn das Ursache-­Wirkung-Verhältnis transparenter wird, besteht die Gefahr, dass sich SEO-Verantwortliche wieder verstärkt unlauteren ­Methoden wie exzessivem, manipulativem Link-Aufbau zuwenden. Denn das Risiko dauerhaft bestraft zu werden, ­dürfte abgenommen haben.




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