Mobile Marketing 25.01.2016, 16:11 Uhr

Mit Push Notifications zum Erfolg

Push Notifications sind für den Erfolg einer App unverzichtbar. Wer sie einsetzt, wandelt auf einem schmalen Grat: User sind von dieser Art Werbebotschaft schnell genervt.
(Quelle: Fotolia.com/Scanrail)
Es ist nahezu unmöglich, im App Store nicht fündig zu werden: Rund 1,5 Millionen verschiedene Apps bieten Apple und Google ihren Nutzern jeweils zum Download an - von praktischen Widgets wie dem Wetterbericht über unverzicht­bare Dienste wie WhatsApp bis hin zu ­erstaunlichen Nischenangeboten wie beispielsweise Apps für die Gestaltung von Hinterhöfen. Zwischen zehn und zwanzig Apps hat der User im Schnitt auf seinem Smartphone oder Tablet installiert, nicht wenige aber auch 30 und mehr.
Für die Anbieter von Apps ist es angesichts der hunderttausendfachen Konkurrenz die größte Hürde, es überhaupt auf ein mobiles Endgerät zu schaffen. Das ist aber nicht das einzige Hindernis, denn viele Apps werden irgendwann nicht mehr genutzt - nicht weil sie schlecht gemacht sind, sondern weil sie schlicht in Vergessenheit geraten.
Im Pflichtenheft aller App-Programmmierer ist deshalb stets der Punkt "Push Notification" dick unterstrichen. Es geht darum, von vornherein die Möglichkeit vorzusehen, sich beim User über Push-Nachrichten in Erinnerung bringen zu können. "Bei der Vielzahl an Apps ist es unabdingbar, die Nutzer immer wieder aktiv in die eigene App zurückzuholen", betont Max Müller, Managing Director von Stylight, einer Shopping-App für ­Mode- und Lifestyle-Artikel. Wieder muss dazu aber erst eine Hürde überwunden werden: Nach einer Studie der US-Agentur Localytics erlaubt nur etwa jeder ­zweite Nutzer, dass ihm solche Nachrichten ­ungefragt geschickt werden.

Personalisierte Botschaften sind erfolgreicher

Doch auch die User, die Push-Meldungen zulassen, müssen sensibel angesprochen werden; die Erlaubnis kann jederzeit wieder gecancelt werden. "Push Notifications sollen einen echten Mehrwert stiften. Ist dies nicht der Fall, fühlen sich die Nutzer gestört, besonders wenn die Nachrichten sehr werblich geschrieben sind", sagt ­Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei Autoscout24. "Im schlimmsten Fall werden die Nachrichten abbestellt oder gar die App deinstalliert." Es ist eine Gratwanderung: Ein Marketinginstrument kann schnell zum Bumerang werden.
Relevanz ist das Stichwort. App-Betreiber sollten ihre Kunden mit dem Vorsatz anschreiben, ihnen eine sinnvolle Neuigkeit mitzuteilen und nicht offensichtlich nur mal wieder auf die App locken wollen. "Ein Satz, der aus unserer Sicht gar nicht geht, ist: Du warst zwei Wochen nicht mehr auf der App. Schau doch mal wieder vorbei!", sagt Marcus Funk, Geschäftsführer der Agentur Flyacts. Trotzdem sind solche Formulierungen an der Tagesordnung. Selbst Größen wie Facebook arbeiten standardmäßig mit diesen eher plumpen Botschaften.
Es geht aber auch anders. Autoscout24 sendet seinen Usern beispielsweise dann eine Push-Notification, wenn eine Preissenkung bei einem Wunschauto ansteht oder wenn auf der Plattform ein neues Fahrzeug angeboten wird, das den hinterlegten Suchkriterien des Users entspricht. Das ist keine Rocket Science. Die verschiedenen App-Technologien ermöglichen es ihren Betreibern, Daten über ihre Nutzer zu erheben und die Botschaften entsprechend individuell auszurichten.
"Die Inhalte sollten an das Verhalten und die Interessen der Nutzer angepasst sein", sagt Funk. Das führt dann auch zu einer deutlich höheren Effizienz. Eine Untersuchung von Localytics zeigt, dass die App-Nutzer personalisierte Push Notifications dreimal häufiger öffnen als Nachrichten, die ohne jegliche Segmentierung einfach an alle versendet werden.



Das könnte Sie auch interessieren