Programmatic
16.03.2016, 17:00 Uhr

Content statt Show auf der d3con

Die d3con vermittelt Wissen. Etwas, das beim angeblichen Konkurrenten Online Marketing Rockstars für manche oft zu kurz kommt. Dieses Wissen war in diesem Jahr sehr technisch und drehte sich vor allem um eines: Daten.
(Quelle: Katharina Schneider)
Dass es für die d3con kein Problem ist, nur knapp drei Wochen nach dem Festival der Online Marketing Rockstars auch noch in der selben Stadt zu sein, hat Veranstalter Thomas Promny bewiesen. Auch wenn die Zielgruppe Überschneidungen aufweist, setzt sich die d3con mit etwas ab, das bei den Rockstars für manche oft zu kurz kommt: das Vermitteln von Wissen.
Tiefgehende Insights in hochkarätig besetzten Panels zu speziellen Themen der Programmatic-Branche und keine schon tausendmal gehörten Allgemeinplätze bekamen die rund 1.200 Besucher der d3con geboten. Digitale DNA brauchte man allerdings schon, um die sehr technischen und speziellen Diskussionen mitverfolgen zu können. Die Themen reichten von Chancen für AdTech Start-ups (sehr riskant für Investoren) über E-Commerce-Plattformen als Publisher bis hin zur Frage, ob Publisher oder Vermarkter RTA besser können. Im Endeffekt ging es aber hauptsächlich um eines: um Daten.
Für den Erfolg des Events auch in den kommenden Jahren spricht: Programmatic wird weiter wachsen, da sind sich die Experten einig. In Deutschland liegt der Anteil an 25 bis 30 Prozent, in anderen Ländern liegt er weit höher. In UK zum Beispiel werde schon 60 Prozent der digitalen Werbung programmatisch ausgespielt, sagt Stephen Webb von Facebooks Atlas.

Adblocker und Fraud Bots sind die Bedrohung

Online-Marketing-Trends fürs aktuelle Jahr sind für Keynote-Speaker und Trivagos Global Head of Performance Marketing Thomas Wrobel der technische Decision-Wechsel, die Personalisierung der User Experience und der schon oft als Heilsbringer gefeierte Content. Besonders wichtig für digitale Marketer wird in Zukunft auch das Mobile Lifecycle Management, so Wrobel. Und dabei gehe es nicht nur um die Entwicklung einer App, die dann auch tatsächlich heruntergeladen wird (was natürlich wie die Entwicklung auch Geld kostet). Man muss die Leute auch dazu bekommen, die App zu benutzen. So kann man einen weiteren Vertriebskanal gewinnen. Weiterer Trend für Wrobel: die Verschmelzung von Ad-Tech und Marketing-Tech, "die immer weiter vorangehen wird". Natürlich verheißt die Zukunft nicht nur Rosiges. Auch die Gefahren, die Wrobel für die Branche sieht, sind alte Bekannte: Adblocker und Fraud Bots. Eine wirkliche Lösung hat er leider nicht parat.
Auch im Adblocker-Panel fand keiner der Experten eine richtige Lösung. "Adblocker sind immer noch eine Bedrohung, denn damit verlieren wir Geld. Wir können ihnen nicht entkommen. Wir müssen gegen sie kämpfen und dürfen sie nicht ignorieren", sagte BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr. Für Ben Barokas von Sourcepoint ist Kommunikation der Publisher mit dem User die Lösung. Und ihm erst Transparenz und dann die Wahl zu bieten: Entweder du siehst dir Werbung an oder du zahlst. Eine dritte Partei, also ein Adblocker, hat da überhaupt nichts zu suchen, meinte Barokas. Ähnlich ist auch der Ansatz, den das IAB Publishern empfiehlt.
Trotzdem gab es mehrere Überraschungen. Überraschung eins - die, wenn man es recht bedenkt, nur beim ersten Hören für einen kurzen Schock-Moment sorgt: Thomas Strerath, Werbeurgestein und Jung von Matt-Vorstand, findet, Adblocker sind das Beste, was der Branche passieren kann.
Wie das, der Mann verdient sein Geld doch mit Werbung? Ja, aber, zumindest im Idealfall, mit mit Nägeln und Löwen prämierter Werbung. Nicht mit billig produzierten Pop-ups, die jeden stören. Nun mag es in der Natur des Werbers liegen, dass dieser denkt, auch ganz "normale" Menschen könnten gutgemachte Werbung so lieben wie er. Strerath wäre immerhin bereit, mehr für sein Sky-Abo zu zahlen, um auf dem Pay-TV Sender nicht die gleiche Werbung zu sehen wie im Free-TV sondern die, "die ich liebe". Ob man so aber den gemeinen User erreicht?
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