Mobile Shopping Services
19.01.2015, 12:00 Uhr

Zwei Drittel wollen Handy beim Einkauf nutzen

Informationen abrufen, Preise vergleichen, Rechnungen begleichen - die Einsatzmöglichkeiten für Smartphones am Point of Sale sind vielfältig. Und das Interesse der Konsumenten daran ist groß.
(Quelle: Shutterstock.com/Poznyakov)
Nicht ohne mein Smartphone: Wie generell im Alltag werden mobile Devices auch beim Einkaufsbummel immer mehr zur Selbstverständlichkeit beziehungsweise zum Must-have. Entsprechend hoch ist das Potenzial für Services am Point of Sale (PoS): Fast zwei Drittel (64 Prozent) der deutschen Internetnutzer möchten gern Preise und Angebote während des Shoppings vergleichen, und sogar mehr als 70 Prozent der Smartphone-Besitzer würden über ihre mobilen Geräte gern Informationsservices am PoS nutzen - oder tun dies bereits. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Internet-repräsentative Studie, die das Online-Marktforschungsinstitut im Auftrag der Internet World Messe durchgeführt hat.
Interesse der Webuser am Smartphone-Einsatz in Geschäften
(Quelle: Internet World Messe/ Fittkau und Maaß)
 Demnach sind preisgesteuerte Aktionen am beliebtesten. Bei den informationssuchenden Onlinern wecken vor allem Infos zu Sonderangeboten und Rabattaktionen großes Interesse bei den befragten Internetnutzern (rund 39 Prozent). Detaillierte Informationen über Produkte würden etwa 36 Prozent gerne erfahren, beinahe ebenso viele würden Produkte per Smartphone zurücklegen oder liefern lassen und 25 Prozent würden das Handy als mobile Navigationshilfe durch Geschäfte und Einkaufszentren nutzen, damit die Einkäufe leichter und effizienter vonstattengehen (siehe Grafik). 

Ein Drittel möchte per Smartphone bezahlen

Interesse der Smartphone-User am Handy-Einsatz in Geschäften
(Quelle: Internet World Messe / Fittkau und Maaß)
 Noch höher sind die jeweiligen Anteile verständlicherweise bei den Smartphone-Besitzern. Fast die Hälfte von ihnen (46,6 Prozent) ist daran interessiert, von Sonderangeboten und Rabattaktionen in Geschäften zu erfahren. Bei einem Fünftel ist das bereits der Fall. Detailinfos über Produkte sind für rund 42 Prozent der befragten Smartphone-Besitzer von Interesse, ebenso viele wollen Produkte zurücklegen oder liefern lassen mit ihrem Mobilgerät. Als Navigationshilfe setzen fast sechs Prozent ihr Handy im stationären Geschäft ein, weitere 25 Prozent würden es gern tun. Und knapp ein Drittel der Befragten hat Interesse daran, mit dem Smartphone im Laden zu bezahlen (siehe Grafik).
Unterschiede lassen die Studienergebnisse auch erkennen, wenn es um die Vorlieben von Frauen und Männern hinsichtlich des Smartphone-Einsatzes am PoS geht. So sind Männer beispielsweise deutlich mehr an Produkt- und Angebotsvergleichen interessiert als Frauen. Und während Männer sich mobil eher über Technik- und Baumarktprodukte informieren wollen, stehen beim weiblichen Geschlecht Kleidung und Lebensmittel wesentlich höher im Kurs.

Die Skepsis der Smartphone-Besitzer

Wenig überraschend offenbart die Erhebung allerdings auch Bedenken der Verbraucher hinsichtlich Datenschutz und Werbe-Spam. Fast zwei Drittel der Smartphone-Nutzer finden es sehr lästig, während des Einkaufs Werbenachrichten auf ihr Handy zu erhalten. Besonders hoch sind die Anteile dabei unter den unter 20-Jährigen und den über 50-Jährigen.
"Nicht nur für Händler, auch für Endverbraucher ist das Thema 'Smartphone am Point of Sale' noch neues Terrain", meint Susanne Fittkau vom Hamburger Marktforschungsunternehmen Fittkau & Maaß Consulting. Jeder zweite befragte Smartphone-Besitzer empfindet den Einsatz am PoS bislang noch als umständlich beziehungsweise gewöhnungsbedürftig, etwa wenn es um die Installation dafür erforderlicher Apps geht oder das Bedienen des Mobilgeräts vor Ort.
Für die Studie wurden im Oktober und November 2014 insgesamt mehr als 7.000 Internetnutzer über die Akzeptanz von Cross-Channel-Maßnahmen im stationären Handel befragt.
In einer weiteren Erhebung hat Fittkau & Maaß untersucht, wie Online-Käufer ihre Wunschprodukte finden. Der Stellenwert von Google oder Amazon könnte dabei geringer sein, als landläufig angenommen.
Das könnte Sie auch interessieren