Offener RCS-Standard
25.02.2016, 09:15 Uhr

Google arbeitet mit Netzbetreibern an SMS-Nachfolger

Google will zusammen mit zahlreichen Netzbetreibern den universellen Kommunikations-Standard RCS vorantreiben, der die Nachfolge von SMS und MMS antreten soll.
(Quelle: Shutterstock.com/Kuliperk)
Offen, einheitlich und global einsetzbar soll er sein, der Kommunikations-Standard RCS (Rich Communications Services), den Google zusammen mit den Netzbetreibern und der GSMA als Nachfolger von SMS und MMS etablieren will. Mit von der Partie sind unter anderem die Deutsche Telekom, Vodafone, Orange und América Móvil.
Der offene Standard soll die Nachrichtendienste der Netzbetreiber wieder wettbewerbsfähig machen, damit diese gegen WhatsApp, Facebook Messenger und Co. bestehen können. So ist über RCS beispielsweise die Übertragung von hochauflösenden Fotos und Videos möglich, und auch Gruppen-Chats sowie Video-Telefonie werden unterstützt.
Der Standard bietet damit nahezu alle Funktionen, die Nutzer von einem modernen Messenger erwarten - ohne dabei auf eine spezielle proprietäre Software-Lösung angewiesen zu sein. Entsprechend müssen Anwender auch nicht mehr auf zahlreiche verschiedene Messenger-Apps zurückgreifen, um alle Kontakte zu erreichen.

Beschränkt auf Android-Geräte

Für die Umsetzung des Dienstes wird Google sein Android-Betriebssystem standardmäßig mit einem RCS-Client ausrüsten. Die hierfür notwendige Technologie hat sich das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr durch die Übernahme des RCS-Spezialisten Jibe Mobile an Bord geholt. In der Folge will Google den Client auch als Open-Source-Software veröffentlichen und Entwicklern Schnittstellen für die Implementierung zur Verfügung stellen.
Ob sich der offene Standard allerdings in der Praxis durchsetzen wird, darf angesichts der aberwitzigen Nutzerzahlen von WhatsApp und Facebook bezweifelt werden. Zumal der Ansatz von anderen Betriebssystem nicht standardmäßig unterstützt wird.
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