E-Commerce-Konjunktur
09.06.2015, 11:00 Uhr

E-Commerce-Stimmung: Jammern auf hohem Niveau

Zwar sah es bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag im Online-Handel schon mal rosiger aus, doch ist die Stimmung der deutschen E-Commerce-Branche weiterhin positiver als in der gesamten Wirtschaft.
(Quelle: Fotolia.de/Stokkete)
"Der Online- und Versandhandel mit seinem überdurchschnittlich guten Geschäftsklima ist eine tragende Säule der konjunkturellen Aufwärtsbewegung." Mit diesen Worten fasst Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) die Ergebnisse der aktuellen Händlerstudie "Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2014/15" zusammen. So ist der Anteil der Unternehmen, die steigende Auftragseingänge und höhere Umsätze erwarten, bei den interaktiven Händlern etwa doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.
Insgesamt sind bei 61 Prozent der befragten Unternehmen die Umsätze in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen, 17 Prozent melden gleich gebliebene Umsätze, bei 23 Prozent sind sie gesunken. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Vorjahreswert, zeigt sich, dass die Zahl der Unternehmen mit einem Umsatzplus um drei Prozent und die Zahl der Unternehmen mit Umsatzstagnation um fünf Prozent sank, während der Anteil der Unternehmen mit sinkenden Umsätzen um neun Prozent stieg. Dramatischer zeigt sich die Ertragssituation. Hier melden 27 Prozent der interaktiven Händler sinkende Ergebnisse - 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der Händler mit sinkenden Umsätzen und Erträgen wuchs gegenüber dem Vorjahr deutlich
(Quelle: bevh / Boniversum)
Trotz der leicht getrübten Stimmung liegt die Investitionsbereitschaft der befragten Unternehmen nach wie vor auf sehr hohem Niveau, vor allem bei umsatzstarken Unternehmen aus den Bereichen Technik und Bekleidung. 86 Prozent der Umfrageteilnehmer planen Investitionen, in der Gesamtwirtschaft sind es nur 54 Prozent. Auf der To-Do-Liste stehen dabei vor allem Kapazitätserweiterungen. Auch das sehen die Studienautoren als positives Signal für konjunkturellen Optimismus.
Vor allem der mobile Kanal erweist sich aktuell als Umsatztreiber. Rund 15 Prozent der E-Commerce-Umsätze werden über Smartphone und Tablet generiert. Über die Hälfte der interaktiven Händler haben daher ihren Shop schon mobil optimiert.
Weitere interessante Zahlen aus der Studie: 25.600 Unternehmen mit 81.000 Beschäftigte zählte der interaktive Handel im Jahr 2014. Im Jahr 2010 waren es 23.600 mit 80.900 Beschäftigten.
Für die gemeinsame Erhebung von bevh und Creditreform Boniversum wurden über 160 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage auf Grundlage verschiedener Indikatoren befragt.
Klicken heißt nicht gleich kaufen: Onlineshops, die einen besonders hohen Traffic auf ihrer Seite verzeichnen können, haben nicht notwendigerweise auch eine entsprechend hohe Kaufwahrscheinlichkeit.
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