Deutscher Online-Handel
03.03.2015, 15:35 Uhr

E-Commerce-Markt legt um sieben Prozent zu

Rund 85 Prozent des deutschen Versandhandels wurden 2014 online abgewickelt. Die E-Commerce-Branche setzte damit Waren im Wert von 41,9 Milliarden Euro um.
(Quelle: Shutterstock.com/Maxx-Studio)
Der Umsatz im klassischen Versandhandel und mit Internetverkäufen betrug in Deutschland im vergangenen Jahr rund 49,1 Milliarden Euro, mit Dienstleistungen wurden im Distanzhandel hierzulande 11,0 Milliarden Euro umgesetzt. Der Großteil davon - gut 85 Prozent - entfällt auf den E-Commerce, der 41,9 Milliarden Euro im Jahr 2014 erwirtschaftete und damit im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zulegen konnte. Diese Zahlen ergab die Verbraucherstudie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).
Der Erhebung zufolge lagen die Zuwächse der E-Commerce-Branche, die im Jahr 2013 erst 81 Prozent des gesamten Versandhandelsvolumens erwirtschaftete, damit deutlich über dem Wachstum des gesamten Einzelhandels, für den der bevh ein Gesamtvolumen in Höhe von 60 Milliarden Euro errechnet hat für 2014. Für digitale Güter und Dienstleistungen wie Ticket- und Reisebuchungen gaben deutsche Konsumenten im vergangenen Jahr knapp 11,0 Milliarden Euro aus.
"Die Entwicklung des letzten Jahres zeigt vor allem zwei Dinge", konstatiert Gero Furchheim, Präsident des bevh: "Der interaktive Handel hat sich als wesentlicher Teil des Einzelhandels etabliert und ist damit auch für konjunkturelle Schwankungen anfällig. Dass trotz des schwierigen Umfelds im vergangenen Jahr der Online-Handel weiter wachsen konnte, ist aber gleichzeitig ein deutliches Zeichen für das Potenzial der Branche."

Topseller Bekleidung und Bücher

Die mit Abstand beliebtesten Warengruppen im Versandhandel waren 2014 - wie schon in den Vorjahren - erneut Bekleidung mit einem Umsatz in Höhe von 11,9 Milliarden Euro sowie Unterhaltungselektronik (5,0 Milliarden Euro) und Bücher (4,1 Milliarden Euro). Darüber hinaus haben einige Segmente, die bislang nicht zu den typischen Versandhandelsbranchen zählten, deutliche Umsatzsteigerungen erzielt. Das Segment Möbel & Dekorationsartikel beispielsweise setzte 2,5 Milliarden Euro um.
Deutlich zugelegt haben auch der Handel per Smartphones sowie Online-Einkäufe von Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln, insbesondere bei jüngeren Verbrauchern. Dem bevh zufolge, der die Entwicklung in diesen Bereichen als noch lange nicht abgeschlossen ansieht, seien Multichannel-Händler die klaren Gewinner des aktuellen Trends.

Positive Zukunftsprognose

Für das laufende Jahr prognostiziert der Verband - trotz der gebremsten Wachstumsraten im Vergleich zu den Vorjahren - eine erneute Steigerung der Umsätze: Demnach soll der gesamte interaktive Handel auf 51,6 Milliarden Euro anwachsen, was einem Plus von fünf Prozent entspräche, für den E-Commerce sagen die Studienautoren sogar ein Plus von zwölf Prozent aus. Die Umsätze in 2015 würden dann 46,9 Milliarden Euro betragen.
"Die Dynamik bei den aufstrebenden Warengruppen, die Verschiebungen zwischen den Kanälen und nicht zuletzt das gute Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres zeigen, dass ein weiteres überdurchschnittliches Wachstum möglich ist", so Christoph-Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.
Für die Studie "Interaktiver Handel in Deutschland" hat die GIM - Gesellschaft für innovative Marktforschung im Auftrag des bevh rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland ab 14 Jahren per Online-Fragebogen und telefonisch zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel befragt.
Bereits im dritten Quartal 2014 hatte der bevh wieder ein Wachstum für die Online- und Versandhändler in Deutschland vermeldet, nachdem die Umsätze zuvor überraschend zurückgegangen waren. Von Juli bis September des vergangenen Jahres erzielte die Branche rund 11,9 Milliarden Euro, zwei Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
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